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Foto: Die Haftpflichtkasse VVaG

Sascha Quillet – Wie wird ein 127 Jahre alter Versicherungsverein zum KI-Pionier?

Wie wird ein 127 Jahre alter Versicherungsverein schneller und agiler als die gesamte Branche?

Sascha Quillet, Vorstand für Digitalisierung und Technik bei Die Haftpflichtkasse VVaG, spricht über Mut zum ehrlichen Befund, den Wechsel von der Medienwelt in die Versicherungswirtschaft und den konsequenten Einsatz von Google Workspace und KI. Erfahre, wie künstliche Intelligenz als Enabler für exzellenten Maklerservice dient und den Kulturwandel im Unternehmen vorantreibt.

  • Ehrliche Standortbestimmung als Fundament für echten Digitalisierungserfolg: Der Wechsel aus der agilen Medienbranche in die Versicherungswirtschaft offenbarte erhebliche Rückstände bei Kollaborationstools und IT-Infrastrukturen. Statt veraltete Muster im Bestandssystem schönzureden, schuf ein ehrlicher Befund den nötigen Handlungsdruck für eine radikale Modernisierung. Durch den konsequenten Umstieg auf modernere Cloud-Arbeitsumgebungen wird dieser Rückstand schrittweise in einen spürbaren Innovationsvorsprung verwandelt.
  • KI als Beschleuniger und Enabler für menschliche Nähe und exzellenten Maklerservice: Der flächendeckende Einsatz von künstlicher Intelligenz wie Google Gemini zielt nicht auf Stellenabbau ab, sondern auf die Befreiung der Mitarbeitenden von repetitiven Routineaufgaben. In der Versicherungstechnik und Sachbearbeitung ermöglicht KI schnelle, hochpräzise Tarifauskünfte für Vertriebspartner ohne Halluzinationen. Dadurch bleibt mehr wertvolle Arbeitszeit für die Kernkompetenz der Haftpflichtkasse: die persönliche Beratung und höchste Servicequalität im Maklerkontakt.
  • Kulturwandel benötigt klare Vorstandslinie und kontinuierliche Kommunikation: Technologischer Wandel gelingt nachhaltig nur, wenn der gesamte Vorstand an einem Strang zieht und Ängste vor Veränderung aktiv abbaut. Mit direkten Dialogformaten, schrittweisem Befähigen der Teams und wiederholter Botschaftsübermittlung wird die Belegschaft transparent mitgenommen. So verwandeln sich anfängliche Bedenken vor neuen KI-Tools im Versicherungsbetrieb rasch in Begeisterung über spürbare Zeitersparnisse im täglichen Workflow.

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Philosoph. Der andere Versicherungs-Podcast. Mein Name ist Mathias Harrassowitz. Und mein Name ist Christian Granseier. Herzlich willkommen zurück. Wir wollen heute über Mut zum ehrlichen Befund, über künstliche Intelligenz jenseits des Hypes und über die Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn ein 127 Jahre alter Versicherungsverein plötzlich schneller ist als seine ganze Branche. Dafür habe ich mir auch heute wieder einen Gast eingeladen, der viel dazu sagen kann, so hoffe ich. Sascha ist bei uns zu Gast. Sascha Quillet ist Vorstand für Digitalisierung und Technik bei der Haftpflichtkasse. Und, und das wird interessant sein, bringt seine Erfahrung aus der Medien- und Technologiewelt bei RTL in einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Sascha, schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Sascha, lass uns direkt starten. Du hast relativ kurz nach deinem Start gesagt, die Haftpflichtkasse habe sich etwas auf den Lorbeeren ausgeruht. Wie kommt so ein Satz bei deinen rund 500 Kolleginnen und Kollegen an? Ja, also im ehrlichen Sinne habe ich die gar nicht gefragt, wie es angekommen ist, sondern ich habe es ja einfach festgestellt. Aber ich glaube, dass Wandel immer Energie kostet und auch die ist da bei den Kollegen angekommen in der Form, dass sie erstmal festgestellt haben, wir haben die Systeme, die wir hier sehen, die sind schon sehr lange da und jetzt müssen wir was Neues machen. Und ich glaube, das hat schon einen Klick gemacht. Das war okay. Größere Widerstandsstände, wie das jetzt die Frage impliziert, gab es oder gibt es ehrlich gesagt nicht. Sie haben Reibungsschwierigkeiten bei der Einführung von Systemen, aber die hat man halt auch immer, wenn man was verändert. Ich würde gerne, weil der Satz bei mir tatsächlich was ausgelöst hat, als ich dich recherchiert und wie bist du da rein und ich fand den unglaublich mutig, denn wenn ich mir die Branche als solches anschaue, ist es ja kaum einer dabei, der offen zugibt, wir stehen wirklich im Rückstand, also unter uns, wenn wir irgendwo auf Kongressen sind, klar, aber das auch wirklich so deutlich nach draußen trägt und sagt, wir haben hier, so verstehe ich den Satz auch, wir haben sehr lange, jahrzehntelang, über 100 Jahre uns vergrößert, ganz viel gemacht, ganz viel aufgebaut, ganz viele tolle Dinge getan und darüber vergessen oder versäumt, rechtzeitig den Hebel vielleicht umzulegen und zu modernisieren und Dinge anzustoßen, die hätten längst passieren müssen. Also das ist, meine Sicht kommt wahrscheinlich auch, dadurch, dass ich aus einer anderen Branche komme, ich bin ja nicht in der Versicherungsbranche sozialisiert worden, das heißt, ich habe eigentlich einen ganz anderen Erlebnishorizont, als ich aus der Medienbranche gewechselt bin in die Versicherungsbranche für die Agilität, das war der Grund, warum man mich quasi rekrutiert hat für die Versicherungswelt, da hatte ich schon Teams eingeführt, wir hatten Cloud- Applikationen und dann kam ich in einem Versicherungsverein an, etwas größer als der, bei dem ich jetzt arbeite, aber da war ich wieder bei Skype erst mal und das hat dann nochmal wieder fünf Jahre gebraucht oder vier Jahre gebraucht, um das auf den Stand zu bringen, wo ich quasi vorher aufgehört habe und dann komme ich zur Haftpflichtkasse und bin wieder fünf Jahre zurückgeworfen oder zehn Jahre zurückgeworfen in dem, was ich so als meinen Lebensstandard gesehen habe, auf dem Handy, E-Mails beantworten, seamless, dann ein Dokument weiter bearbeiten am Laptop mit meinen Teammitgliedern, teilen und kollaborativ in einem Dokument arbeiten, das war das, wovon ich eigentlich ausgegangen bin, dass das Standard ist. Das war aber in der Versicherungsbranche, und das habe ich gelernt, durchweg nicht der Standard. Das ist jetzt schon anders, klar, jetzt sind auch wieder fünf Jahre ins Land gegangen oder sechs Jahre und als ich dann hier gestartet bin, wir hatten, ich weiß nicht, ich werde den Namen nicht sagen, von der Software, die wir da verwendet haben, aber Lotus Notes kennt ihr wahrscheinlich und wir waren technisch noch ein bisschen weiter drunter, muss man sagen und genau, so und da hatte ich natürlich sofort Handlungsdruck, also für mich persönlich, weil ich einfach so nicht arbeiten kann. Ich kann nicht Dokumente durch die Gegend schicken und dann, oder auf einem Shared- Laufwerk, auf einem Netzwerk-Laufwerk mit dir teilen, du überschreibst dann das, was ich gerade als Idee hatte, weil du das auch offen hattest. Solche Situationen sind hier aufgetreten und daher meine Diagnose. Auf der anderen Seite, auf der Haben-Seite ist, dass wir hier ein vollständig digitales Bestandsführungssystem schon haben. Das tauschen wir jetzt auch aus diversen Gründen, aber ich glaube, dass die eine oder andere Versicherung ganz neidisch auf dieses System gucken würde, für die Features, dass das jetzt schon, oder dass das schon seit 20 Jahren hat. Okay, lass mich da kurz einhaken, weil da kommen wir bestimmt gleich drauf, auf das, was alles besonders gut ist. Mich würde noch mal interessieren, auch mit einem kurzen Blick darauf, wie hast du das dann selbst empfunden? Also du sagst, du kommst, hast mehrere Stufen nach deiner Medienzeit gemacht und jedes Mal wieder einen, ich sag bewusst, Rückschritt wahrgenommen beim Wechsel. Ist das nicht unglaublich frustrierend? Also wo nimmst du die Energie her, das trotzdem jedes Mal wieder neu anzufangen und neu nach vorne zu bringen? Also am Ende des Tages sind dann die Erfolge sehr schnell, stellen sich halt sehr schnell ein, weil ich ja schon zwei, drei Mal gemacht habe, was ich mache und ich weiß, wie ich da hinkomme und zwar möglichst schnell und auf einem sehr geraden Weg. Ich muss nicht mehr experimentieren und damit habe ich hier jeden Tag ein Erfolgserlebnis, was andere vielleicht so in drei Monatsschritten haben. Das kann ich hier jeden Tag, also jetzt wird es langsam weniger, jetzt dauert es schon mal eine Woche oder zwei, bis ich das nächste Feature freigestellt habe für das Unternehmen, aber du gehst hier jeden Tag abends ins Bett und denkst, oh cool, das habe ich jetzt auch schon wieder fertig gekriegt und wir sind wieder ein Stück besser geworden. Das ist extrem motivierend, weil du ja auch weißt, wo es dann enden wird oder wo du hin willst und ich auch immer weiß, wie ich da hinkomme. Jetzt haben wir hier einen kleinen Abschläger gemacht oder Abbieger gemacht Richtung Google Workspace, was ein bisschen neu ist in der Versicherungsbranche. Da sind wir ja Vorreiter oder der erste Versicherungsverein oder die erste Versicherung Deutschlands, die das überhaupt als Arbeitsumgebung einführt. Das ist neu und da knuscht es auch an der einen oder anderen Stelle und das merken wir auch im Haus, aber ich weiß, wo ich hin will und wir können seit gut einem Jahr jetzt schon kollaborativ arbeiten. Das war für mich so der absolute Meilenstein. Ich kann eine Präsentation mit dir teilen, ich kann ein Dokument mit dir teilen und du kannst auch, wenn du nicht bei uns im Hause bist, an diesem Dokument, wenn ich das sensationell, darüber freue ich mich dann tatsächlich noch. Das merkt man dir auch an und ich finde diesen Weg auch so spannend. Eine letzte Nachfrage noch in diesem Bereich, weil dass du dich darauf einlässt und da deine Energie daraus ziehst, auch schnell Erfolge zu sehen, nach vorne zu gehen, das merkt man sofort. Jetzt steht auf der Gegenseite aber ja eine Organisation, die historisch gewachsen ist mit Menschen, die in dieser Organisation arbeiten, die historisch das nicht anders kannten. Wie gelingt dir diesen, ich sag mal, gefühlt eher technikgetriebene Begeisterung für, da können wir schnell was umsetzen, mit von dir alleine und auch mit deinen Vorstandskollegen gemeinsam bei euch ins Team, in die Mannschaft ins Haus zu tragen? Ja, also die Mitarbeitenden müssen mitgenommen werden. Wir müssen die davon begeistern, dass wir KI einsetzen, dass wir digitalisieren. Das war vorher schon digital, das ist nicht mal schwierig zu sagen, wir digitalisieren, aber wir optimieren die Workflows, die wir da haben. Das ist zugegebenermaßen nicht bei allen gleichermaßen so als Erfolg zu verbuchen. Du hast Mitarbeiter, die das gut adaptieren, die sich auch wirklich freuen und ich habe hier regelmäßig Mitarbeiter auch sitzen, die sagen, ich habe jetzt in Google Gemini folgendes probiert und ich konnte eine Gem anlegen und das ist mindblowing. Das Ergebnis, was ich da erreiche, spart mir am Tag oder in der Woche zwei Arbeitstage ein, phänomenal. Auf der anderen Seite hast du Kollegen, die sagen, ich weiß gar nicht, was ich damit machen soll und das haben wir wirklich durchweg. Das ist nicht nur im Versicherungsbetrieb so, sondern das ist auch in der IT so. Wir haben auch in der IT Kollegen, die sagen, das ist neu und ich habe ja vorher so nicht gearbeitet und diesen Change, in diesem Prozess befinden wir uns. Wir haben aber bewusst gesagt, wir springen da ins kalte Wasser und enablen erstmal alle Features. Du kannst von Tag eins an immer alles global benutzen, wohlwissend, dass nicht alle davon mit der gleichen Begeisterung reingehen und das versuchen wir aber jedes Mal wieder. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass man eine Nachricht bei Menschen, die ihn erstmal nicht hören wollen, mindestens neunmal kommunizieren muss, bevor sie sauber rezipiert ist. Das habe ich mir irgendwann mal gemerkt und das mache ich genauso in jeder Mitarbeiternversammlung, die da sehr häufig stattfinden lassen. Wir haben Direktdialoge als Vorstände, wo wir mit den Mitarbeitern in den Gruppen zusammensitzen und mit ihnen zusammensprechen und das sind dann auch bei mir Termine. Die Kollegen haben manchmal ein bisschen Termindruck, aber ich versuche sie hinten offen zu halten, sodass ich da auch einfach sitzen bleiben kann, wenn es ein Thema gibt, was nicht abgeschlossen ist. Die letzten Dialoge waren schon Richtung KI bei mir in der IT und was sollen wir denn damit machen und sind wir dann alle nachher unseren Job los und das versuche ich dann zu moderieren in die richtige Richtung. Du brichst da einen wichtigen Punkt an, weil ich erlebe das bei uns auch so, die Direktionen sind so von total begeistert und endlich jetzt habe ich hier die Tools und kann meine Arbeit irgendwie optimieren und gibt welche, die nutzen das Privat auch schon sehr viel und die freuen sich, sobald sie dann berufliche Lizenzen bekommen und das endlich in ihren Alltag integrieren und es gibt auch viele, die die Ängste haben, dass halt dann der Job möglicherweise wegfällt. Kannst du bei euch sagen, was überwiegt? Also muss man mehr Ängste abbauen oder ist es mehr so diese Begeisterung vielleicht auch noch ein bisschen zügeln, damit das irgendwie vernünftig integrierbar ist in so einem Konzern? Ja, jetzt sind wir kein Konzern. Wir haben um die 500 Mitarbeiter und deswegen fallen wahrscheinlich manche Dinge uns leichter als bei eben Konzernen. Das muss man schon einordnen und das weiß ich auch. Also wir haben hier eine andere Geschwindigkeit, die zum Teil daran liegt, dass wir eben etwas kleiner sind, aber auch zum Teil daran liegt, dass der Vorstand gemeinsam ein Ziel verfolgt und zwar wirklich immer gemeinsam. Wir machen nie, der Sascha macht was und der Frank geht in eine andere Richtung, der Klaus will das nicht, sondern wir haben immer zusammen eine Meinung und bauen das auch gemeinsam immer in der Kommunikation sauber aufeinander auf, sodass man merkt, der Vorstand zieht da in eine Richtung und die Richtung ist ganz klar Skalierung durch KI. Das heißt nicht, dass Mitarbeiterstellen wegfallen. Das passiert in der Versicherung sowieso nicht. Das ist eine Illusion, dass man da irgendwie Leute freisetzt. Die Aufgaben werden sich wandeln und es gibt bestimmt den einen oder anderen, der sich dann nicht wiederfindet. Das muss man ehrlicherweise sagen, aber das sind ja nicht die Mitarbeiter Mengen und das sind auch nicht die, die dann gar nicht mehr da sind, sondern die werden dann vielleicht irgendwann nicht mehr in der Form ersetzt. Also den Postsortierer, den werden wir wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr haben, weil das eine KI viel schneller und besser kann. Genauso wenig wie man früher gesagt mit den Akten in den Keller gelaufen ist, in diesen Drehschränken, wenn man sich daran erinnert, wo man dann so ganze Kilometer kummelt, den gibt es ja auch nicht mehr. Und deswegen hat man aber nicht ein großes Abbauprogramm gestartet und das wird auch in der Branche nicht passieren. Das ist auch ein ganz ganz wichtiges Statement, was du hier gerade noch mal so deutlich sagst, weil das hat es schon immer gegeben. Also das ist das, was du gerade beschrieben hast, hat nichts mit KI zu tun, sondern ist der Fortschritt. Und deswegen auch bestimmte Aufgaben werden sich wandeln und es werden neue hinzukommen. Und da würde ich das von dir, Christian, einsortieren. Die, die ein bisschen euphorischer sind, vielleicht weiter nach vorne preschen, sind vielleicht auch eher bei den neuen Aufgaben mit dabei und gucken. Wo ich vorhin kurz hängen blieb, weil du das so zögerlich gesagt hast, das Thema Digitalisierung. Und dann hast du hinterher geschoben, wir automatisieren mehr. Ist es jetzt Digitalisierung? Ist es Automatisierung? Ist es Technikkauf und Nutzbarmachung? Wo würdest du euch da im Prozess einsortieren? Also digital sind wir schon. Das hört sich so an, als hätten wir hier noch. Stimmt nicht ganz. Also als ich hier ankam, so ein Erlebnis aus meiner ersten Woche war das E- Mail-Programm. Und die zweite Erlebnis war, ich hatte plötzlich solche Akten auf dem Tisch. Das war bei der Versiegelung, wo ich vorher war, schon voll digital. Da hat man keine, diese Mappen, diese Forschungsmappen, wo man dann Personal und Einkauf und dann hast du da zig Dokumente mal per Hand unterschrieben. Und mir tat der Arm weh. Ich habe so eine IT-Krankheit. Ich habe so einen Mausarm. Immer wenn ich zu viel mit der Maus mache, mit dem rechten Arm, dann tut der mir irgendwann weh. So, und dann habe ich gedacht, das kann doch nicht sein, dass ich jetzt hier wieder Dokumente unterschreiben muss. Und zwar am Tag, also wirklich Berge. Wir haben alles unterschrieben. Und das habe ich innerhalb von, ich glaube, drei Monaten geschafft, wegzudigitalisieren. Das ist tatsächlich, wo ich sagen würde, da habe ich digitalisiert. Das ist digital. Alles andere sind Prozesse und Möglichkeiten, die wir freigeschaltet haben. Also kollaboratives Arbeiten ging nicht. Das haben wir uns immer gegenseitig ausgedruckt oder haben uns die Dokumente per E-Mail geschickt und die PowerPoints und so. Und dann waren immer so auseinanderlaufende Versionen, hatten wir eben schon. Und das haben wir geschafft, in einen anderen Arbeitsrhythmus zu kriegen. Und das ist die Schwierigkeit. Die Mitarbeiter und das geht für alle, inklusive mir, wir haben uns an etwas gewöhnt. Das läuft so ab und der Prozess ist genau so. Und der wird erst mal nicht hinterfragt. Und dann kommst du mit Google Workspace in unserem Fall und da lassen sich andere Workflows abbilden und manche eben nicht mehr. Und die, die wir nicht mehr haben, die werden jetzt schmerzlich vermisst, weil sie doch so schön waren vorher. Und dann muss man sie digital an das Bild bauen. Und das ist die Schwierigkeit im Kopf hinzukriegen. Das geht jetzt anders und es geht auch viel leichter, wenn du es so machst. Und manche Dinge sind auch schwieriger vielleicht geworden und da müssen wir Lösungen für finden. Da sind wir mit Google dran. Aber das meiste ist, wenn du dich darauf einlässt, dass der Workflow vielleicht anders laufen kann, als er vorher gelaufen ist, vielleicht auch schneller und besser. Und diesen Change, diesen Mindchange, da sind wir dran. Aber da kann ich dir jetzt nicht sagen, das haben wir gut hingekriegt und damit sind wir fertig, sondern da sind wir mittendrin. Und wir haben unsere Herausforderungen. Wir haben im Versicherungsbetrieb ernste Herausforderungen, solche Workflows umzustellen. Und das ist nicht nur Google Workspace, sondern auch das neue Bestandsführungssystem. Wir wollen ja nicht das Alte nachbauen, sondern wir wollen was Besseres bauen. Und auf dem Weg des besseren Bauens musst du die Workflows, die du später mal hast, antizipieren und dann rein und hoffen, dass das die richtige Entscheidung war. Und in diesem Prozess sind wir aus zwei Vektoren dran. Eben aus Sicht des Bürobetriebs und aus Sicht des Versicherungsbetriebs. Ich bin da total, also ich finde, diese Analyse, die du betreibst, ist extrem klar. Und ich habe ja nun alle 14 Tage einen Vorständinnenvorstand aus anderen Häusern hier sitzen. Selten sagt das jemand so deutlich. Jetzt ist die Frage dahinter, meinst du oder bist du deswegen so klar in der Analyse und in der Umsetzung und legst auf Geschwindigkeit vor allen Dingen Wert, weil du es aus dem alten Betrieb, jetzt ganz bewusst Vorversicherungsbetrieb, einfach weißt, wie cool moderne Systeme funktionieren können? Oder ist das ein rein menschlicher Eigenantrieb, den du mitbringst und nach vorne baust? Das ist eine Mischung wahrscheinlich aus beiden. Also bei KI, das hatte ich ja vorher nicht. Das gab es vor fünf Jahren in der Form nicht. Da gab es ein bisschen Chat-GPT oder ich glaube, es wurde gerade so angekündigt und da habe ich auch noch drauf geguckt, wie so, naja, gucken wir mal. Weil meine Erfahrungen mit KI waren aus der Medienbranche, damals noch mit IBM Deep Blue, die Sprachsynthetisierung und die Verschlagwortung von digitalen Archiven. Wir haben also, vielleicht darf ich diesen kleinen Ausflug mal machen, damit man dann auch versteht, warum ich manche Dinge anders machen möchte. Wir haben ein Archiv digitalisiert und zwar alle Sendungen, die wir produziert haben, die sind in ein digitales Archiv gegangen und da konntest du dann suchen. Angela Merkel hat gesagt, ich trete zur Wahl wieder an. So rein fiktive Aussage. Und dann konntest du aber, konnte das System anhand einer Bilderkennung, weil es Angela Merkel erkannt wurde und der Satz, den sie gesagt hat, zusammengebracht wurde, konntest du dieses Schnipselchen finden und sofort wieder aus dem Archivsystem restauren und konntest dann in deiner Nachrichtensendung dieses Material verwenden. Dann kam die DSGVO. Das ist so um diese, in dieser Zeit gewesen. Und die DSGVO hat verboten, dass man ohne Einverständnis von Menschen sie nicht aufzeichnen darf. So jetzt ist das völlig illusorisch in einer Talkshow oder in einer Nachrichtensendung von jedem ein Einverständnis zu bekommen. Das heißt also alles, was wir da hatten, durften wir nicht mehr verwenden oder hätten wir nicht mehr verwenden dürfen. Und IBM hat daraus gemacht, dann dürfen wir es auch gar nicht mehr anbieten und hat diesen Service abgeschaltet. Jetzt hatten wir ein volllaufendes Archiv. Wir hatten diese ganzen Mitarbeiter, die dort gesessen haben und das vorher gemacht haben, verschlagwortet haben. Denen haben wir gesagt, ihr habt morgen was anderes zu tun, weil das geht ja jetzt automatisch. Und plötzlich ist das nicht mehr automatisch gegangen, weil der Service nicht mehr funktioniert hat. Das war ein Cloud-Dienst. Und da habe ich ganz viel gelernt, dass man bestimmte Dinge eben vorsichtshalber anders machen muss und sich immer noch einen doppelten Boden reinbauen muss, weil du sonst schlagartig morgen nicht mehr arbeitsfähig bist. Und das war so. Also wir hatten, ich meine, du hast da ein paar Terabyte an Speicher, aber wenn du von acht Fernsehkanälen alle Sendungen da reinlaufen lässt in High Resolution, das ist halt richtig, da geht ein Terabyte am Tag drauf. Das läuft halt wahnsinnig schnell voll. Und das ist so ein bisschen wie hier im Versicherungsbetrieb. Wenn wir die digitalen Inputstrecken vollständig in die Cloud auslagern und das plötzlich steht, weil irgendeine gesetzlich geändert hat oder irgendeiner den Kisswitz drückt, dann haben wir ein Problem. Und solche Sachen machen wir hier mit Augenmaß und auch so, dass wir immer noch so einen doppelten Boden drin haben. Deswegen kann ich dir sagen, das, was ich vorher erlebt habe, hat Einfluss. Aber ich habe auch gesehen, wie cool manche Dinge sein können. Also Single Sign-On zum Beispiel. Das war in der Versicherungsbranche, jetzt sind wir ja locker überall etabliert, aber das war am Anfang auch noch. Da hattest du da noch ein Login und hier noch ein Login und da musst du das Passwort merken. Dann hast du das irgendwo aufgeschrieben. Dann war das nicht synchronisiert. Ich glaube, alle Kollegen werden bestätigen, dass Identity and Access Management eins der Weak Points ist in der Branche. Nicht nur in der Branche, aber da ist es natürlich besonders kritisch. Und genau solche Dinge gehe ich halt konsequent an und versuche, die zu optimieren und für den Nutzer so einfach wie möglich zu machen und dadurch aber auch Sicherheit zu generieren. Hast du sehr viel aus der Innenperspektive schon erzählt, die Überzeugung der Mitarbeiter und wie da so die Entwicklung ist. Wie nimmst du das von außen wahr? Also die anderen Stakeholder, die es gibt, eure Kunden, ich glaube Markler spielen ja auch eine Rolle, tragen die Erwartungshaltung an euch, dass ihr in dem Bereich KI-Tools da stärker nach außen was anbietet? Oder merkt ihr da, das kommt bei den Kunden noch gar nicht so sehr in den Fokus? Also ich nehme das immer so jetzt auch in den Medien wahr. Es gibt jetzt eine amerikanische Bank, die in Deutschland stark Werbung macht, dass man dort nur persönlich jemanden erreicht und kein Computer ans Telefon geht. Ich glaube, ihr habt auch einen sehr persönlichen Service. Aber gibt es da von Seiten der Kunden irgendwelche Erwartungshaltung? Merkst du da eine Veränderung oder ist das da noch gar nicht so angekommen? Also wir sind ja ein Marklerversicherer und wir sehen KI als Enabler eben, um die menschliche Nähe, diesen direkten Kontakt weiter zu stärken, statt abzubauen. Das heißt, und ich glaube, dass unser größtes Vertriebsargument ist, du rufst uns an und nach dreimal klingeln geht hier einer ans Telefon. Die Exzellenz unseres Services ist, glaube ich, das, was uns ausmacht als Haftpflichtkasse. Das ist in der DNA so drin und da sind auch Workflows, die ich niemals nach außen zeigen würde. Deswegen bauen wir die auch selber, weil da liegt unser Nukleus des Erfolges der Haftpflichtkasse. Der Markler ist unser wichtigster Stakeholder, weil wir haben natürlich auch ein paar Direktkunden, aber das ist nicht das, worauf wir ausgerichtet sind, sondern wir sind eben auf die Beratung durch den Markler ausgerichtet und wir versuchen dem Markler den bestmöglichen Service zu generieren. Das gibt auch, da kann ich nur den Namen nicht sagen, ein Projekt mit Marklern, um KI nach außen zu tragen. Wir haben intern angefangen, die Kollegen mit Notebook LM, ich weiß nicht, ob euch das sagt, das heißt jetzt glaube ich schon wieder anders, Notebook Gemini, zu enablen. Das heißt, du konntest deine ganzen Tarifgenerationen in so Notebooks geben und da konntest du Fragen gegenstellen, ist das zum Beispiel versichert. Gemini sucht dann nur in diesen Dokumenten und holt sich nichts aus dem Internet und fantasiert da irgendwas dazu, sodass die Aussage immer sehr gut war und du konntest dann auch über so ein Gem, also so eine Definition, wie die Antwort aussehen soll und was das System tun soll, auch schon eine Antwort an den Versicherten oder an den Markler generieren. Also das nimmt ja wahnsinnig viel Zeit weg von einem Mitarbeiter, der sonst da noch getippt hätte oder einen Textbauschein ziehen musste. Das haben wir so gut professionalisiert und so gut strukturiert, dass wir diesen Dienst jetzt nach außen anbieten werden für Markler. Das heißt, der Markler kann dann eine ganz einfache Frage stellen zu einem Tarif und bekommt dann sofort eine Antwort, wo er vorher vielleicht hätte anrufen müssen und hier sag mal, wie ist das jetzt genau oder können wir das in dem Tarif abbilden oder nicht. Das kann dann die KI übernehmen. Solche Projekte haben wir mit Marklern laufen. Das sind aber das Fuß auf der Vorarbeit, die wir hier vorher schon seit einem Jahr mit den Mitarbeitern verproben. Ich würde das gerne aufgreifen. Wo würdest du dich selber einordnen oder die Haftlichkasse einordnen beim Thema KI im Vergleich zum Rest der Branche? Das ist immer schwierig, wenn ich vor zwei Wochen auf einer Konferenz war und habe mit den Kollegen gesprochen, dann kann das heute schon überholt sein. Das geht wahnsinnig schnell. Ich glaube schon, dass wir sehr weit vorne sind. Alleine, dass wir den Mitarbeitern den Gemini auf den Arbeitsplätzen flächendeckend zur Verfügung stellen, das ist nicht ein Chatbot. Wenn ich mal höre, wir haben da ein Chatbot für unsere Mitarbeiter und das ist dann KI. Nein, das ist nicht KI. Im Zweifel glaube ich auch nicht, dass das echt genutzt wird. Dann wird dagegen gehalten, wir haben da so viele Nutzungszahlen, aber dann weißt du ja nicht, ob die Kollegen einfach nur gefragt haben, wie das Wetter morgen wird. Wir haben das inhärent in jeder Applikation, in jeder Tabellenkalkulation, in jedem Dokument, in jeder E-Mail, auf dem Handy, auf dem Laptop. Ich kann auf das Zauberstäbchen drücken und ich kriege Hilfe von der KI. Sofort. Ohne irgendwie Copy-Paste. Das ist halt sensationell. Das haben wir für alle Mitarbeiter freigeschaltet. In der Versicherungstechnik nutzen die eher die Notebooks, wenn sie etwas nutzen. Und im Office-Betrieb, im Projektbetrieb werden das, was ich gerade skizziert habe, massiv genutzt. Auch die Folien. Bevor ich jetzt anfange, selber Folien zu bauen, da schreibe ich drei Strichpunkte hin, gebe dem meine Dokumenten, verzeichne es in Google Drive frei und sage, baue mir bitte eine Präsentation und dann habe ich noch ein bisschen Nacharbeit. Und dann haben wir ein super gutes Marketing hier, ein Team, was dann den Feinstift darüber nochmal durchführt. Aber das war vorher ja ein Prozess von sechs, sieben Wochen. Das machen wir heute in der Woche. Oder drunter. War das die Antwort auf die Frage? Ich habe, glaube ich, gerade den Faden ein bisschen... Für mich schon. Ich hatte ja gefragt, im Vergleich zum Rest der Branche. Und das ist eine schwierige Frage, weil man kann nie so genau gucken, was hinter den Kulissen passiert. Aber die Frage drängt sich ja förmlich auf. Weil ihr seid tatsächlich, würde ich auch sagen, definitiv Vorreiter in der Form, wie ihr Google ganz bewusst allumfänglich inklusive der KI-Sachen nutzbar gemacht habt für das gesamte Unternehmen. Habe ich so auch noch nie in Google. Nicht nur Google. Also wir haben, ich habe über Weihnachten letztes Jahr oder 24, 25, 25, 26 viel mit KI rum experimentiert. Und zu Hause läuft bei mir auch mal, also ich habe ein paar Server, die ich immer noch administriere, seit ich Student bin. Und da ist die Service-Erwartung meiner ehemaligen Mitstudenten und Mitspieler, die wir da waren, immer noch so, dass da, und das ist immer neu wieder dazugekommen, dass dieser Server halt einfach läuft. Und das war für mich immer ein wahnsinniger Aufwand, als Vorstand, dann abends noch zu sitzen und irgendeinen Server-Patch einzuspielen, weil da ein Sicherheitsproblem ist oder was auch immer. Das habe ich aber immer gemacht, weil ich einfach diese Leute nicht hängen lassen wollte. Da sitzen jeden Abend 30, 40 Leute auf diesen Servern und spielen und kommunizieren miteinander. Und denen einfach zu sagen, ich habe da keine Lust mehr zu, fand ich jetzt auch nicht okay. Und das habe ich einer KI komplett übergeben. Und da sage ich nur noch im Handy-Chat, was sie tun soll. Und die fragt mich dann, es gibt ein Sicherheitsproblem, soll ich das fixen? Und dann legt er ein Rollback an, also macht das völlig autonom. Und mit diesem Erlebnishorizont, auch dem Bau von Webseiten und dem Administrieren von Systemen, mit diesem Erlebnishorizont bin ich am 1. Januar, am 2. Januar wieder hierhergekommen und habe gesagt, Freunde, wir müssen jetzt hier unsere Entwicklungsherangehensweise anpassen. Das können wir so nicht mehr weitermachen. Wir müssen jetzt mit, in dem Fall Cloud Code, weil es einfach State of the Art ist, anfangen Entwicklungsprojekte voranzutreiben. Das haben wir dann getan und wir haben es wieder so getan. Ich habe die Kollegen aus den verschiedenen Bereichen Marketing, Vertrieb, Versicherungsbetrieb in einen Konferenzraum geladen, habe mir einen Kollegen geholt, der gut mit Cloud Code umgehen konnte. Wir haben da ein bisschen was vorbereitet, ein Externer war das, und haben auch intern schon Leute vorgeschult in der IT, so zwei Highlander, und haben dann einen Workshop stattfinden lassen. Wir haben einmal kurz gezeigt, was kann Cloud Code, wo sind wir gerade, und haben dann die Kollegen aus den Fachbereichen Weibcoden lassen. Und das hat dazu geführt, dass die gesagt haben, das ist ja total einfach und jetzt habe ich hier ein Ergebnis, wieso braucht die IT dafür immer ein halbes Jahr? Das kann ich ja jetzt hier in einer Stunde machen. Das ist natürlich am Ende des Tages nicht ganz so, weil man natürlich testen und Release Management und so braucht. Ein gefährliches Gefühl. Genau, es war aber provoziert, weil die Erwartungshaltung jetzt steigt gegenüber der IT, bewusst. Die IT muss jetzt lieferfähiger werden, weil wenn du das nicht hinkriegst, und die Kollegen nicht sehen, dass es schneller gehen kann, und die IT war ja mit in diesem Workshop drin, die hat dann auch gesehen, oh Mist, wir müssen schneller werden. Das hat dazu geführt, dass bei den Kollegen in der IT ein Schalter umgegangen ist. Das hast du richtig gesehen, wie so hinten das Gehirn gewachsen ist, und alle mit so einem Aha-Effekt aus diesem Meeting rausgegangen sind, aus diesem Workshop rausgegangen sind, das sechs Stunden gedauert hat, mit der Fähigkeit der Fachbereiche, Applikationen selber in einem Google Canvas in dem Fall oder in einem Google Cloud Code, das wir Ihnen aber nicht zur Verfügung stellen, das ist der IT im Moment vorbehalten, zu bauen. Das heißt, die können eine GUI bauen, eine Berechnung, eine Tabelle, eine Grafik, die berechnet werden soll aus Daten, und können uns das dann zeigen und sagen, so hätte ich das gerne. Das heißt, wir haben nicht mehr dieses klassische, wir treffen uns mal, machen ein Projektportfolio, dann gucken wir mal, wie das Ganze aussehen soll, dann geht die IT wieder in ihr Kämmerchen, baut ein bisschen, nach vier Wochen trifft man sich wieder und hat da vier Sprints verbraten, und dann ist es doch nicht das, was der Kollege wollte, weil er in der Zwischenzeit noch was anderes, viel Besseres gebaut hatte, weil er ja auch permanent selbst lernt. Und so haben wir diese Iterationen auf Tage runtergebracht. Also wir, das machen wir, was andere jetzt, würde ich behaupten, in zwei Wochen Sprints oder in vier Wochen Sprints machen, machen wir in Tages Sprints. Und die Erwartungshaltung ist dadurch. Ich wollte vielleicht ein bisschen Salz in die Suppe streuen, wobei ich weiß gar nicht, ob das Salz unbedingt ist. Du hast gesagt, A, finde ich das faszinierend, welcher Dynamik hier offensichtlich an diesen Dingen hier arbeitet. Gleichzeitig hast du gesagt, die Mitarbeiter bekommen eigentlich überall Hilfe von der KI, wo sie es brauchen. Wie schafft ihr, dass das wirklich eine Hilfe ist und die Mitarbeiter sich nicht so ein bisschen irgendwann zurücklehnen und sagen, okay, eigentlich kann die KI ja auch entscheiden für mich und ich brauche ja gar nicht mehr viel machen. Also wie kriegt ihr diese Schnittmengen hin zu sagen, es ist eine Unterstützung, aber ich bin immer noch derjenige, der hier die Prozesse am Ende auch vorgibt und entscheidet und nicht jetzt einfach die KI meine Arbeit machen lasse? Also wir haben keine Entscheidungs-KI im Einsatz. Das ist ganz wichtig. Das heißt also, es wird keine Entscheidung von der KI im Moment getroffen. Was passiert ist, wir haben die Inputstrecke auf einen Omnikanal gesetzt und haben da auch ein Machine Learning und das ist nämlich genau die Differenzierung. Da ist keine KI im Einsatz, weil man es auch technisch gar nicht braucht. Also du kannst es natürlich mit KI machen. Dann verbrauchst du Tokens und hast ein tolles Projekt, aber das bringt dir eigentlich gar nichts. Machine Learning reicht da völlig aus. Und damit haben wir aber die Inputstrecke vollständig automatisiert. Das heißt, da sind Mitarbeiter, die jetzt was anderes machen dürfen. Das finden die aber, glaube ich, ganz gut, weil dann dürfen sie nämlich höherwertige Aufgaben machen als Postsortieren. Und das, was wir vorher gesagt haben mit Gemini und das, was du eben erwähnt hast, ist, es assistiert im Moment noch. Du kannst ja die Hilfe auch ablehnen. Du musst ja nicht Gemini fragen, wie ist der Fall hier im Tarif gedeckt oder in der Fallakte, fass mir die mal bitte zusammen. Ich glaube aber, dass es den Mitarbeitern hilft, ihre Arbeit besser zu machen. Und das nehmen die aus meiner Sicht auch dankbar an. Es gibt immer, prove me wrong, ein, zwei, drei, die das nicht gut finden, aber das ist halt so. Damit muss man leben. Und das ist auch nicht schlimm, weil wenn es 60 Prozent machen, haben wir ja schon total was gewonnen. Und das merkt man auch bei uns. Wir kennen ja diesen branchenüblichen Rückstand in Versicherungsfällen, Abarbeitung nicht. Das haben wir so nicht. Also bei uns ist nach spätestens zwei Tagen das Fall abschließend geklärt. Offene Dinge natürlich immer ausgenommen. Also ein offener Fall, wo man noch was klären muss rechtlich, ist immer ausgenommen. Aber wenn du einfach einen Haftpflichtschaden bei uns reinschmeißt, dann ist der relativ schnell reguliert. Ich bin nach wie vor total angetan, ich kenne die Branche ja auch seit 30 Jahren. Also nicht auch, ich kenne sie seit 30 Jahren. Ich habe da irgendwann mal vor dem Studium eine Ausbildung gemacht und kenne, wie langsam das alles läuft. Und was ich auch kennengelernt habe, immer wieder aus verschiedensten Perspektiven, ist die, ich sage jetzt mal das Wort Mutlosigkeit manchmal. Gute Ideen weiter zu verfolgen, weil man Angst hat zu scheitern, Fehler zu machen und die dann vielleicht eine Verzögerung mit sich vorgesetzt. Nicht zufrieden ist oder wie auch immer. Bei euch klingt es jetzt komplett anders herum. Also du beschreibst es gerade als, du kommst wieder aus Weihnachten, sagst jetzt machen wir das so. Und dann dieser Blow-Effekt, dass man plötzlich feststellt, wow, das ist ja richtig was dahinter. Dann steigt die Erwartung. In meinem Kopf, in meiner Vorstellung muss aber gleichzeitig der Raum für Ausprobieren da sein und vielleicht auch aus Fehlern lernen und sagen, so funktioniert es nicht. Ist das eine falsche Wahrnehmung oder würdest du sagen, da traut ihr euch tatsächlich auch Dinge zu, die man sich vielleicht vor einem Jahr noch nicht getraut hätte? Also ja, ich glaube, wir trauen uns Dinge, die man sich vielleicht woanders nicht traut. Aber ich weiß nicht genau, woran das liegt. Ob es jetzt an mir liegt oder an uns dreien. Wir sind gefühlt schon mutiger. Wir muten der Organisation auch einiges zu. Das ist so, dass wir hier schon den Change sehr stark nach oben fahren haben und ich würde sagen, wir haben jetzt mittlerweile den Peak erreicht. Mehr geht jetzt auch einfach nicht mehr. Wir können nicht noch mehr machen. Das ist aber Führungsaufgabe der einzelnen Führungskräfte und die nehmen wir vorher mit ins Boot. Wir haben zum Beispiel bei der Entscheidung für Google, das haben wir am Ende basisdemokratisch gemacht. Da kann man jetzt sagen, es war eine schlechte oder eine gute Entscheidung. Da kann jeder seine eigene Meinung haben. Aber am Ende des Tages war es eine. Es ist nicht so, dass der Vorstand da gesessen hat oder der Vorstand Digitalisierung und Technik hat sich überlegt, wir machen jetzt das mit Google, sondern wir haben das fair in einer Ausschreibung gemacht und haben dann für und wieder im Kreis der Leitenden besprochen und die durften das auch noch mal mit ihren Mitarbeitern besprechen. Wir können natürlich jetzt keine Bundestagswahl stattfinden lassen, das ist klar. Aber das Votum war mehrheitlich nachher für Google Workspace. Und dann kann ich mich aber auch darauf verlassen, dass die Führungskräfte das auch vertreten und zwar, weil sie sich dafür entschieden haben. Und das impliziert wiederum das Mitnehmen ihrer Mitarbeiter, weil die können jetzt sagen, das finden wir doof, ich will das E-Mail-Icon an einer anderen Stelle haben, der Prozess war doch vorher anders, warum ist der nicht mehr so und das können die jetzt besser erklären, weil sie ja dahinterstehen. Sie können ja nicht behaupten, sie waren nicht dabei. Und das ist bei KI genau das Gleiche. Wir haben diesen Workshop, den besagten, stattfinden lassen. Das heißt, alle haben gesehen, wie funktioniert KI, was kann es mir helfen, wie kann ich davon profitieren, als Führungskraft, aber auch für meine Mitarbeiter. Was kann ich von meinen Mitarbeitern in Zukunft erwarten, wie sie mit mir kommunizieren. Meine Erwartungshaltung ist, dass ich, wenn ich eine E-Mail bekomme, egal von welchem Mitarbeiter oder von welchem Auszubildenden, dass da keine Rechtschreibfehler mehr drin sind. Keine Tippfehler. Weil das einfach ein Klick auf ein Zauberstäbchen ist und dann ist diese E-Mail auch total gut formuliert. Also ich kann da reinschreiben, Matthias, ich fand das doof, was du mir heute gesagt hast. Ich kann da mal meine Emotionen reinschreiben in die E-Mail und dann drücke ich auf das Zauberstäbchen, da steht da drin, lieber Matthias, ich fand das nicht so optimal, wie wir heute kommunizieren. Der formuliert das halt so um, dass du es magst und ich sage, ich habe meine Gefühle ja einmal aufgeschrieben und jetzt habe ich trotzdem rübergebracht, was ich rüberbringen will, aber auf eine freundliche Art. Und genau das kann man jetzt erwarten. Das ändert natürlich so ein bisschen die Kommunikation, weil du nicht mehr weißt, ist das ehrlich oder ist das unehrlich. Das muss man jetzt lernen. Ich erkenne die E-Mails, wenn sie von der KI frisiert wurden und du erkennst auch den ursprünglichen Sinn. Aber ich finde es trotzdem gut, wenn mit mir unmissverständlich, klar, freundlich kommuniziert wird. Die KI sorgt auch dafür, dass du, wenn du nämlich etwas schreibst, einen Sachverhalt versuchst zu erklären aus deiner Perspektive als Fachexperte, dann schreibst du das so auf und drückst mal auf das Zauberstäbchen und die KI macht da was völlig anderes draus. Aber das wäre vielleicht auch das, was bei dem Gegenüber angekommen wäre. Also die hilft auch, in der Kommunikation besser zu werden. Und zwar die Information, die ich als Mensch einem anderen Menschen geben will. Da hilft die KI als Katalysator, die auch auf das runterzubrechen, was ich sagen will und auf eine freundliche Art und Weise. Und das hilft ungemein. Also mein Kollege, der Klaus Grunewald, das war sein erstes Erlebnis und da kann ich mir immer noch sagen, dieses Zauberstäbchen, das ist so grandios, ich bin ganz verliebt in dieses Zauberstäbchen. Und das war so dieser erste HA-Effekt und daraus entwickelt sich dann auch bei den Mitarbeitern, ja, was habe ich denn noch für Features? Und Google deployed ja hier jeden Tag irgendwas Neues, wovon wir profitieren. Und das weckt so ein bisschen diesen Spieltrieb auch. Und die Führungskräfte ermutigen unsere Mitarbeiter dazu, das zu nutzen. Und wir haben auch keine Vorgaben, dass du es nicht machen darfst. Es gibt eine Schulung für KI, was du nicht tun darfst, also regulatorisch, da halten wir uns auch dogmatisch dran. Aber alles andere, was davon nicht berührt wird, darfst du tun. Also ich verstehe den Anspruch, den ihr habt, dass man das auch nutzt und dass dann die Professionalität in den E-Mails besser wird. Aber wenn jetzt alle das machen und die E-Mails alle so bearbeitet und vorformuliert oder umformuliert werden, geht da nicht ein bisschen Authentizität verloren? Also ist es da nicht zu viel einheitlich KI oder nimmst du das nicht so wahr? Doch, doch. Also das habe ich ja gerade gesagt. Das ist schon auch vielleicht ein Problem, aber es löst auch ein anderes Problem, nämlich die Kommunikation, die Klarheit der Kommunikation. Also was will ich denn im Business? Will ich mit dir authentisch kommunizieren oder will ich dir meine Informationen überbringen, damit du das tust, was ich gerne von dir möchte? Und ich glaube, dass andere überwiegt, also das Letzte. Ich finde aber die Frage sehr spannend. Also ihr habt jetzt die Besonderheit, ihr seid Maklerversicherer. Da würde ich das 100 Prozent so unterschreiben, wie du es gerade beschrieben hast, Sascha. Weil da redet ihr in einem vertrauten, aber Business-Kontext miteinander. Ich glaube, die Fragestellung, so wie du sie gerade hast mit der Authentizität in E-Mails, den hätte ich zum Beispiel eher im Customer-Direktkontakt gesehen. Dass der da noch mehr an Bedeutung gewinnt, mag aber auch falsch sein. Was mich aber interessieren würde ist, ich bzw. Christian und ich, wir haben beide vor einigen Monaten mit einer Vorstandskollegin von dir, Alina von Bruppen, ein Gespräch geführt, die auch speziell über E-Mail-Kommunikation und die Geschwindigkeit gesprochen hat, die sie dadurch auch gewinnt, weil Dinge einfach schneller, einfacher auf Klick gehen. Und die hat etwas sehr Interessantes gesagt, wie ich fand. Sie sagte, sie versucht mindestens mal ein Drittel der dadurch gewonnenen Zeit für das persönliche Gespräch zu nutzen. Egal, ob am Telefon oder am direkten. Weil die Bedeutung des persönlichen Gesprächs extrem ansteigt, dadurch, dass man eben auf der schriftlichen Kommunikationsebene alles so ein bisschen vereinheitlicht. Empfindest du ähnlich? Also ist das bei euch auch so? Ja, als Markterversicherer ist das eines unserer Assets, die wir haben. Das hatte ich vorhin glaube ich auch schon mal, dass wir nach dem Dreimal klingeln, hast du jemanden am Telefon. Das ist das, was wir hart verteidigen. Wir möchten, dass der Markter uns erreicht und die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation, also das persönliche Gespräch ist absolut wichtig. Und ich glaube, dass das eines unserer wichtigsten Kernelemente ist als Versicherung im Markt. Und das verteidigen wir auch. Aber in der Kommunikation, wo du etwas von jemandem möchtest oder eine klare Botschaft drüber bringen willst, hilft uns KI ungemein. Natürlich verwässert das ein bisschen, aber das war, erinnert ihr euch an T9 auf den Handys? Da hieß es doch, die Menschen verlernen das Schreiben und die können das. Ich glaube, dass es geholfen hat, die Rechtschreibung zu verbessern, weil man dann immer das Richtige getippt hat und man das dann lesen konnte, was man tippen wollte. Und so schreibt man das. Und ich glaube, dass bei KI das ähnlich wird. Also je öfter du eine E-Mail stark korrigieren musstest oder die KI dir geholfen hat, es etwas freundlicher und präziser zu formulieren, das trainiert dich auch in der nächsten E-Mail, das schon in die richtige Richtung zu bringen. Ich glaube tatsächlich, dass das hilft, besser zu werden. Und heute kam die PISA-Studie raus. Wir sind, glaube ich, richtig abgesackt. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir diese Features anbieten. Zwingend nötig. Ich gucke so ein bisschen auf die Uhr. Wir haben noch ein paar Minuten, aber ein Spagat würde ich gerne noch verstehen. Du hast zu Recht vorhin, Christian, gesagt, ihr seid ja kein Konzern, sondern ihr seid zum Glück ein mittelständisches Haus, 500 Menschen, die arbeiten. Jetzt sind in meinem Kopf solche großen komplexen Umstellungssachen wie eine komplette Google Workspace Einführung, neues Bestandssystem, das du erwähnt hast, KI-Themen, also alles, was da kommt, sind Themen, die in meinem Kopf schwer aus eigenem Antrieb gemacht werden können. Ist das etwas, wo du sagst, ihr habt schon die Mannschaft dafür an Bord oder braucht ihr da viel Unterstützung von außen, wenn ich offen fragen darf, einfach weil mich das mal so interessiert, wie ihr euch da selber positioniert. Oder ist das genau die Challenge, die ja bewusst eingeht, zu sagen, ihr wollt mit der bestehenden Mannschaft, die soweit bringt, dass sie diese Themen auch eigenständig und damit in der nötigen Geschwindigkeit, die ihr ja selber immer habt, auch umsetzen könnt. Ja, also in der IT haben wir tatsächlich im Moment für die ganzen Veränderungsthemen, die wir haben, und das sind ja, da ist nicht das, damit jetzt hier nicht alle Berater mich morgen anrufen und sagen, wir können dir ja noch erklären, wie es geht. Gottes Willen. Was wir machen wollen, wissen wir. Und wir wissen auch, wie wir da hinkommen wollen. Uns fehlt manchmal Manpower und das holen wir uns schon vom Markt in Form von echten Arbeitskräften als Freelancer oder als Honorar-Arbeitskraft rein, um die Bandbreite zu kriegen, einfach um mehr Geschwindigkeit auf die Straße zu bringen. Für das Bestandsführungssystem haben wir natürlich auch eine Beratung im Haus, die uns da hilft, weil das machst du ja auch nicht jeden Tag. Da muss ich zugeben, ich habe auch ein Versicherungsbestandsführungssystem auch noch nicht selber getauscht. Ich habe ganz viele andere Softwareprojekte in meinem Leben gemacht. Da hilft es vielleicht auch, einen Blick von außen zu haben und wie man Prozesse vielleicht auch besser macht. Das hatten wir ja vorhin auch schon. Wir wollen ja nicht die gleichen Prozesse wieder nachbauen, sondern wir müssen ja gucken, dass wir die Zukunft bauen. Den Versicherungsbetrieb der Zukunft, wie wir das ja im Hause dann auch titulieren. Und da helfen uns auch schon Externe. Aber es ist nicht so, dass hier die Hälfte der Mitarbeiter externe sind und die andere Hälfte interne, sondern das ist immer da, wo es wirklich notwendig ist, dass wir das machen. Bei Bestandsführungssystemen, die würde ich auch gedanklich sofort rausnehmen. Ich habe, glaube ich, in meinem Leben sechs Ablösungen mit begleitet, die kann keiner. Also die macht auch eine Ergung nicht alleine oder eine andere ganz große. Aber ich finde das deswegen so spannend, weil das zeigt mir ja noch mehr, wie ihr es schafft, mit im Prinzip Eigenmitteln, mit ein bisschen Freelance-Unterstützung. Aber die Kernaussage, die du gebracht hast, war, wo ihr hinwollt, wisst ihr. Und das ist das, wo ich behaupte, viele in der Branche wissen noch gar nicht, wo sie hinwollen. Und das ist ein Riesenthema. Ich bin total begeistert davon. Wir haben das als Gesamthaus entschieden, dass wir das so machen wollen. Alle Ressorts machen das und nicht die IT macht Digitalisierung und die anderen machen was anderes, sondern das ist ein gemeinschaftliches Projekt. Und das ist so, wie wir auch zusammenarbeiten, alle drei zusammen und damit auch alle drei Ressorts. Wir versuchen immer, einheitlich im Gleichschritt zu sein. Das gelingt nicht immer bei bestimmten Themen wie Google einführen. Dann führst du was ein und dann funktioniert es nicht. Dann musst du es natürlich wieder zurücknehmen und gucken, dass du das Problem löst oder gut testest und dann das Problem gar nicht erst produzierst. Aber das sind technische Hürden und da helfen uns externe Arbeitskräfte. Also wir haben zum Beispiel eine Firma drin, die sich mit Google Workspace Konfigurationen auskennt. Das haben wir ja hier noch nie gemacht. Das muss unsere Administratoren erst mal auf das Level kriegen, dass sie das können. Und dann haben wir aber auch bei Neurekrutierungen in dem Bereich, wir haben ein paar Stellen geschaffen in der IT, darauf geachtet, dass wir diese Skills natürlich auch reinholen. Und KI zum Beispiel ist ein Thema, was wir vielleicht anders machen als andere Themen. Wir haben keine Data-IT-KI-Team gegründet, die dann irgendwie in so einem Silo irgendwas machen, sondern wir haben ein kleines, wirkliches Zwei-Mann-Team genommen, die sich wirklich gut mit KI auskennen. Wir nennen das die KI-Enablement-Truppe. Und die gehen in die einzelnen, auch in der IT, in der Softwareentwicklung. Und die haben wir in der Betriebsorganisation aufgehangen, also gar nicht in der IT. Damit nicht ein Abteilungsleiter einer Softwareentwicklung oder einer Infrastruktur oder was auch immer oder ein Teamleiter da plötzlich seinen Flavor reinbringt, sondern die gucken sich an, wo können wir am schnellsten und besten helfen und unterstützen dann diese Kolleginnen und Kollegen bei der Nutzung von KI und zwar so best of breed. Also die können sowohl in der Administration helfen, wir haben zum Beispiel ein Projekt gerade laufen mit verschiedenen Versicherern, wo wir uns über Third-Party-Risk-Management austauschen und versuchen, das zu verbessern. Und da ist natürlich KI im Einsatz, weil du kriegst von 20 Versicherern die Fragenkataloge und jetzt kann man natürlich drei Leute hinsetzen und das manuell auswerten lassen oder du machst das mit KI. Und der Kollege, der sich da wahnsinnig gut mit auskennt, der hilft jetzt unseren Mitarbeitern, die das eigentlich hätten per Hand machen können und müssen, das jetzt mit KI zu machen. Danach können die das aber. Dann fliegt der wie so ein Bienchen zum nächsten Blütenmeer und fängt da an, die Blüten zu befruchten und zu sagen, guck mal, wenn du in der Entwicklung beim Altbestandsführungssystem, wir haben beispielsweise im Altbestandsführungssystem es geschafft, noch Änderungen durchzuführen, wo wir gedacht haben, das können wir nicht mehr, weil uns die Entwickler langsam weggehen, wir haben zu wenig Ressourcen, wir müssen Wartung betreiben. Aber KI hat uns geholfen, da noch Dinge zu verändern, wo wir davon ausgegangen sind, dass es nicht mehr geht. Auch nur, weil da so einer hingeflogen ist und hat gesagt, so, guck mal, wenn wir das so und so machen, dann könnten wir, ach, guck mal, geht ja, super. So, toll. So, und dann geht das in den normalen Release-Prozess, der lustigerweise dreimal so lange dauert, wie das Entwickeln mittlerweile. Beim Zuhören, finde ich, das klingt alles schon dynamisch. Ihr seid über 125 Jahre am Markt. 67. Ja. Und jetzt gab es wahrscheinlich schon an zehn anderen Zeitpunkten Menschen, die gesagt haben, wir bauen den Versicherungsbetrieb der Zukunft. Und es gab immer Innovationen und Veränderungen. Würdest du sagen, dass diese aktuelle Phase mit KI schon nochmal ein Unterschied ist, weil die Entwicklung tiefgreifender ist in der Veränderung, dass dieser Versicherungsbetrieb der Zukunft sich doch nochmal deutlicher unterscheiden wird? Oder ist es am Ende vielleicht auch doch, was man ja momentan auch immer wieder mal liest, mehr Hype, als dass das so fundamental alles auf den Kopf stellt? Das kann man, also ich kann das nicht abschließend sagen und ich glaube, das kann auch keiner im Moment. Es ist eine große Blase. Das muss man auch klar sehen. Was da an Geld reingeflossen ist, ich befürchte, das wird nicht wieder zurückkommen. Wir werden das irgendwann erleben, dass das implodiert und dass es auf ein gesundes Maß zurückfällt. Aber ich kenne diese Blasen schon aus anderen Bereichen. Ich weiß noch, als wir 3D-Fernsehen versucht haben. Da konntest du Fernsehgeräte im Laden kaufen mit 3D-Funktionalität. Da musst du so eine Brille aufsetzen. Die gibt es gar nicht mehr. Die sind weg. Was geblieben ist, ist HDR und das finden alle gut. Was geblieben ist, ist vielleicht eine höhere Auflösung mittlerweile bei 4K. Ich glaube, ich habe jetzt auf Astra schon 8K-Sender gesehen. Das muss man sich auch leisten können. Das ist immer auch eine Abwägung zwischen Kosten und Nutzen. Ich glaube, in der KI wird es ähnlich laufen. Wir werden sehen, dass viele anfangen, auch lokale KI-Modelle laufen zu lassen, weil das einfach kostengünstiger ist. Für die Einsatzzwecke, die die Versicherungsbranche hat, die sind sehr starr und sehr klar. Da braucht man auch, glaube ich, nicht so einen wahnsinnig großen Cloud-Service dafür. Im Betrieb wird es gar nicht so viel verändern, glaube ich. Außer, dass es schneller, stabiler, die Durchlaufzeiten sich verbessern. Wo sich aber wirklich Änderungen einstellen werden, ist bei Finanzabteilungen, Rechtsabteilungen. Du kannst ja heute ein Rechtsgutachten von der KI machen lassen und dafür brauchst du ein Cloud-Modell, weil das muss immer up-to-date sein. Ich glaube, da wird es doch mehr Veränderungen geben und das haben wir gar nicht auf dem Schirm. Wir glauben immer, der Versicherungsbetrieb ändert sich radikal. Ich glaube, der wird schneller und effizienter und wir werden mehr machen können und wir werden vielleicht die Rückstände in der Branche weiter abbauen und alle werden glücklich sein. That's it. Aber wo es sich ändern wird, in Rechtsabteilungen, in Finanzabteilungen, in Projektabteilungen, da wo auch Marketing, kein Radiospot fängt mehr an mit, dieser Spot ist von KI produziert. Ich glaube, jeder mittlerweile ist so. Keiner, keiner der Radiospots noch publiziert, kauft da Sprecher für einen, was für die Branche der Sprecher fatal ist. Das ist so. Aber da sind solche Änderungen, glaube ich, zu sehen. Und immer da, wo man es nicht erwartet, passiert es halt. Und ich glaube, wir erwarten es an der falschen Stelle. Wir erwarten es im Versicherungsbetrieb. Ich glaube, wir werden es an anderen Stellen mehr sehen als im Versicherungsbetrieb und dann wird die Veränderung, weil da ja die meisten Menschen arbeiten, gar nicht so radikal sein, wie du es gerade befürchtest. Ich finde, das ist ein sehr, sehr schöner Punkt, weil da können wir dann beim nächsten Mal drüber reden, wo sind die Veränderungen tatsächlich. Ich habe zum Abschluss, Stefan, eine doch nochmal persönliche Frage. Du hast vorhin schon einen Teil meiner Frage, die ich noch gar nicht gestellt habe, unbewusst wahrscheinlich vorweggenommen, nämlich mit deinem privaten Server, den du hast. Mich würde es nochmal interessieren, wo wir zu den größten Wandel tatsächlich sehen. Du ganz persönlich als Vorstand, wo KI dir hilft und was ist die größte private Veränderung, die du wahrnimmst? Also privat hilft es mir, fangen wir damit an, Zeit zu optimieren. Ich muss Dinge nicht mehr selber machen und sie sind, was ich echt gemerkt habe, sicherer geworden. Also die KI hat bei der ersten Analyse meiner Server gesagt, da hätte jemand die DNS-Server nicht gut konfiguriert und dann sollte man nochmal hinterfragen, ob der die richtige Person war. Das war natürlich ich. Sehr gut. Freundchen, so nicht. Aber das war so das Erlebnis, dass ich geglaubt habe, ich habe alles richtig gemacht. Und aus meiner Sicht war das auch so. Und ich habe einen minimalen Fehler begangen und den hat die KI sofort gefunden. Das ist der Bogenschlag jetzt ins Professionelle. Da können wir natürlich jetzt nicht einen Open Claw oder einen Claw-Bot einfach unsere Systeme administrieren lassen, wie Dora sagt, das muss immer ein Mensch machen und das wird auch so bleiben. Aber die KI kann uns helfen, dort sicherer und schneller zu werden. Also ich glaube, dass wir, wenn wir was patchen müssen, unsere Farmen, Serverfarmen, dann in Wochenrhythmen geupdatet haben. Das sollte möglichst in Stunden passieren. Und das können wir mit KI halt erreichen. Da muss ein Mensch sagen, hier diesen Patch, den müssen wir jetzt ausrollen, bitte mach das mal. Und dann fängt die KI an, das durchzuführen. Also System Engineering, glaube ich, ist der nächste große Schritt, den wir gehen werden. Bei der Softwareentwicklung ist es schon so, dass wir da massive Unterstützung durch die KI erfahren und auch Skalierungseffekte um tausend Prozent haben. Also wir sind, wir haben ja, das kann man auch nochmal highlighten, ein Großprojekt gestartet, neben vielen kleinen, wo wir KI-Applikationen komplett selber bauen. Und da sind wir davon ausgegangen, wir brauchen dafür Monate. Wir waren nach zwei Monaten quasi fertig. Und wir haben also drei, vier kleine Tools gebaut, wo du vorher irgendwo einen Service gebucht hättest. So, das können wir jetzt selber. Und im Moment sind wir dabei, die Arbeitssteuerung für unser neues Bestandsführungssystem selbst zu bauen. Das haben wir vor drei Monaten gestartet. Vor zwei Monaten war der Prototyp so, dass man ihn vertesten konnte und wirklich also mindblowing. Und wir haben zum Glück einen wirklich konstruktiven und coolen Betriebsrat, der sich das dann anguckt und sagt, oh, das ist aber wirklich cool. Wir hätten da eigentlich so eine altmodische GUI erwartet, aber das sieht ja richtig stark aus. Und das hilft uns ja am täglichen Doing. Und dem Mitarbeiter, super, macht mal weiter so. Ja, und das wird jetzt nächsten Monat für einzelne Teams ausgerollt werden, weil es auch das alte Bestandsführungssystem noch bedienen kann. Das heißt, wir haben eine Arbeitssteuerung, die das neue und das alte bedient. Und der Mitarbeiter muss den Absprung gar nicht selbst finden, sondern das macht das System für ihn. Da hilft es. Ich bin, wir fallen ganz viele Punkte noch ein, über die wir bestimmt auch noch einen zweiten und dritten Podcast machen können. Und ich habe das Gefühl, wir hören uns bald wieder. An dieser Stelle jetzt trotzdem erst mal Schluss. Zu Gast heute Sascha Quillet, Vorstand Digitalisierung und Technik bei der Haftpflichtkasse. Sascha, es hat mir sehr, sehr viel Freude gemacht. Danke, dass du da warst. Sehr gerne. Und danke auch an dich, Christian. Ja, war sehr viel Spaß gemacht. Ein Podcast von Carls Zukunft.

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