Katrin Gruber – Kann man Vertrauen automatisieren?
Ist Vertrauen programmierbar, oder bleibt es eine rein menschliche Entscheidung?
Katrin Gruber, CEO der Cosmos Direkt und Vorständin der Generali, erklärt im Podcast, wie der Spagat zwischen KI-gestützter Prozessautomatisierung und empathischer Betreuung gelingt. Zudem gibt sie Einblicke in die Vorbereitungen auf das neue Standarddepot der Altersvorsorgereform 2027.
- Automatisierung stärkt Vertrauen durch Effizienz: Die Automatisierung von Standardprozessen ersetzt nicht das menschliche Vertrauen, sondern fördert es, indem Abläufe 24/7 schneller, einfacher und transparenter gestaltet werden. Erst das reibungslose Zusammenspiel von digitaler Exzellenz und persönlicher Ansprechbarkeit schafft ein überzeugendes Kundenerlebnis.
- Intelligente KI-Assistenten entlasten in Peak-Phasen: Am Beispiel des KI-Bots „Stella“ zeigt Cosmos Direkt, wie KI Schadensmeldungen im Kfz-Bereich selbstständig von der Datenerfassung bis zur Werkstattterminierung abwickelt. Dies entlastet die Operations-Teams enorm und sorgt auch bei Großschadensereignissen wie Hagelunwettern für exzellenten Service.
- Standarddepot 2027 als digitaler Einstieg in die Altersvorsorge: Im Zuge der Rentenreform setzt der Direktversicherer auf ein transparentes, kostengünstiges und volldigitales Standarddepot. Dank 75 Jahren Markterfahrung kombiniert der Versicherer den schnellen digitalen Abschluss für junge Zielgruppen mit persönlicher Beratung bei komplexeren Vorsorgefragen.
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Mein Name ist Mathias Harrassowitz. Mein Name ist Christian Granseier. Wir sprechen heute über
Vertrauen im weitesten Sinne.
Wir sprechen über Menschen, wir sprechen über Nähe und wir sprechen über Verantwortung.
Und dazu habe ich mir wieder jemanden eingeladen, wo ich glaube, dass es spannend werden
könnte heute. Zu Gast bei uns im Podcast ist neben dem lieben Christian, der wie immer
wahrscheinlich ganz ganz viele tolle Eindrücke und Erfahrungen mit einbringen kann, die
geschätzte Katrin Gruber.
Katrin ist die Vorstandsvorsitzende, auch wenn bei mir Chief Executive Officer steht, aber ich bin
so bei einem traditionellen, der Kosmosversicherung und auch wenn ich richtig informiert bin, im
Vorstand der Generali. Katrin, schön, dass du da bist. Ja, danke für die Einladung.
Katrin, fangen wir direkt an. Kann man Vertrauen automatisieren? Ich denke, wir schauen da
gleich drauf, dass Vertrauen letztendlich immer eine menschliche Entscheidung und eine sehr
bewusste Entscheidung, eine bewusste menschliche Entscheidung ist und auch bleiben wird und
auch bleiben soll. Nichtsdestotrotz hilft Automatisierung sicherlich, Prozesse effizienter,
einfacher, verständlicher zu machen und damit auch das Kundenerlebnis zu verbessern, was im
Kontext dann der Versicherung sicherlich auch dazu führt, dann auch Vertrauen zu fördern, aber
ersetzen kann es das bestimmt nicht.
Das macht es für mich besonders spannend, weil Kosmos, ich bin ja nun auch schon 30 Jahre im
Versicherungsumfeld gegangen und wenn ich so an die ersten Werbungen Kosmos direkt bei
uns, könnt ihr ganz schnell, ganz einfach, ihr kriegt optimalen Service, in meinem Kopf, sag ich
ganz offen, ist da immer so ein bisschen, ja es ist alles einfach, digital, schnell, vielleicht auch
dadurch ein Ticken günstiger als bei anderen, aber ich habe weniger persönliche Betreuung. Wie
gehst du damit um, wenn sonst, ich sag ganz offen, Vorurteile, das ist so meine Wahrnehmung
der letzten Jahrzehnte ist, wie würdest du das einordnen? Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen,
dass diese Illusion auch besteht im deutschen Markt, dass Direktversicherung teilweise auch
bedeutet, ich muss alles alleine machen und das ist genau, wie du sagst, nicht der Fall bei der
Kosmos direkt. Wir haben ein sehr schlagkräftiges, kompetentes und auch sehr empathisches
Betreuerteam, das jederzeit erreichbar ist für den Kunden und was gerade in Situationen, wo es
auch einer persönlichen Note, einem persönlichen Gespräch bedarf, zum Beispiel in einem
Leistungsfall, in einem Schadenfall, auch zur Verfügung steht den Kunden.
Auf der anderen Seite, auch wie du gesagt hast, wir wollen natürlich auch preisgünstig unsere
Superprodukte anbieten und dem Kunden gerne auch Kostenvorteile weitergeben, das heißt
Themen und Versicherungsgeschäftsvorfälle, die der Kunde selber vielleicht auch digital
verarbeiten möchte, ohne überhaupt jemanden anzurufen, das bieten wir halt auch an. Es geht
immer um die richtige Balance zwischen digitaler Einfachheit, Erreichbarkeit, aber auch derpersönlichen Beratung und dem Kunden zur Seite zu stehen, wenn es denn wirklich erforderlich
ist. Jetzt bin ich mal irgendwann vor tatsächlich 30 Jahren in einem Laden, der hieß Hamburg-
Mannheimer Sachversicherung.
Das waren meine Anfänge und wir reden ja hier vor allem auch für unsere Branche ganz, ganz
viel und viele, die sich dafür interessieren. Bei uns wurde immer gesagt, das Besondere ist, klar
der Werbeslogan Herr Kaiser, alle, die lange dabei sind, kennen es noch, dass wir den
Menschen im persönlichen Gespräch abholen, bevor er uns überhaupt richtig kennt. Jetzt wäre
für mich die Frage, wie macht ihr das als Cosmos, dass die Menschen euch Vertrauen schenken,
bevor sie mit euch eigentlich zu tun haben? Also reine Werbung oder wie kriegt ihr das hin? Ja,
also wir machen Werbung, sicherlich.
Vertrauen ist aber meiner Meinung nach nicht nur durch Kommunikation und starke
Werbepräsenz erreichbar, sondern die Marke muss mit ihrem Versprechen konsistent auch für
den Kunden oder für den Interessenten in dem Falle erlebbar sein. Das heißt, wir machen sehr
gezielte Werbung, die auch zu uns passt, die dann auch einen innovativen und auch mal einen
etwas spezielleren Touch hat, sowas wie ein Sponsoring des Wacken Festivals. Das liegt ja auch
bei uns in der Cosmos direkt.
Sowas passt zu uns und zu der Zielgruppe, die wir auch erreichen wollen. Von daher, ja, es ist
eine Mischung zwischen Werbung, aber wichtig ist auch vor allen Dingen, dass unsere Kunden,
also die schon im Bestand bei uns sind, die wir schon gewinnen und begeistern können, dass die
mit ihren Feedbacks dann auch dafür sorgen, dass unsere wirklich guten Services und unsere
guten Produkte auch für andere Menschen erlebbar sind und dadurch Interessenten auch
wirklich in unsere Richtung gelenkt werden, wenn Kunden, die von uns begeistert sind, das auch
entsprechend weitertransportieren. Das ist wirklich die Königsklasse und da freuen wir uns immer
sehr, wenn wir unsere sogenannten RNPS-Werte sehen, der Relational Net Promoter Score, wo
ja Versicherungsunternehmen das Kundenfeedback auch systematisch erfassen und hier liegen
wir deutlich über dem Marktschnitt und da gibt es ganz, ganz viele schöne einzelne positive
Feedbacks der Kunden, über die wir uns dann auch wirklich hier in der Mannschaft sehr freuen.
Jetzt sind wir ja in einer sehr spannenden Entwicklungsphase, was Technologie angeht und als
Direktversicherer habt ihr immer ein bisschen, glaube ich, schon einen Vorteil, weil ihr schon per
se schlanke Prozesse habt und Automatisierung gut auf diese Struktur aufsetzen könnt. Ich
glaube, Anfang des Jahres habt ihr mit Stella ja auch nochmal den Automatisierungsprozess
gestartet für Schadensaufnahme, glaube ich, sehr erfolgreich, was ich zumindest so
wahrgenommen habe. Auf der anderen Seite sehe ich gerade am Markt so ein paar
Entwicklungen.
Jetzt gibt es eine amerikanische Bank, die gerade sehr stark Fernsehwerbung macht, die
bewusst mit persönlichem Service viel gibt und sagt, nee, bei uns sprichst du wieder mit einem
Menschen. Nehmt ihr momentan auch so eine Veränderung wahr, dass es so bewusst auchGegenstrategien zu dieser Automatisierung gibt oder sagt ihr, nee, unsere Kunden können da
sehr gut mit umgehen? Das würde ich wirklich gerne nochmal betonen wollen, dass wir nie auf
nur Automatisierung ausfahren. Unsere Strategie ist eine komplett andere.
Sie war von Beginn an, wir wollen das digitalisieren und automatisieren, wo es für den Kunden
sogar besser, einfacher, schneller und auch 24-7 Erreichbarkeit sicherstellt und gleichzeitig
wirklich unsere super Verkaufsmannschaft hier vor Ort, die berät, die auch gerade bei
Lebensversicherungsprodukten die Beratung hier übernimmt und sehr, sehr zielgenau mit jedem
einzelnen Kunden und Interessenten hier am Telefon die Beratung durchführt. Das war immer
unser zweites Standbein und das haben wir auch nie entsprechend reduziert, sondern wir waren
immer schon auf dieser Balance unterwegs. Bei uns ist dann eher, dass die Automatisierung
einen stärkeren Stellenwert jetzt eingenommen hat, aber ohne die telefonische Beratung und die
empathische, kompetente Ansprechbarkeit durch einen echten Menschen dann auch trotzdem
sicher zu stellen.
Und was du angesprochen hast, Christian, unsere Stella, unsere Mitarbeiterin des Jahres
sozusagen im Schadenbereich Komposit, das ist halt genau so ein Beispiel, wo wir gesagt
haben, was braucht der Kunde in einem Kfz-Schadenfall, Hagel, wo jetzt wirklich die
Windschutzscheibe kaputt ist. Braucht er da unbedingt eine telefonische Durchführung durch das
Schadenformular oder will er nicht lieber ganz schnell seinen Termin bei einer Werkstatt
bekommen und spricht dann lieber oder chattet mit unserer Stella auf unserer Webseite. Und wir
haben da wirklich sehr, sehr gute Erfahrungen mitgemacht.
Was Stella halt super macht, ist so lange nachzufragen, bis sie wirklich alle Informationen hat,
um den Schaden dann auch durchzuruten. Also wirklich dann die Vereinbarung schon zu treffen,
wann der Kunde zu der Werkstatt fahren kann. Also das wird alles abgenommen über diese
Stella.
Und das ist halt, finde ich, ein sehr, sehr gutes Beispiel, wo Automatisierung für uns eine
Entlastung ist, der Operationsbereiche, die sich dann auf die anderen Themen konzentrieren
können, wo halt die menschliche Nähe gebraucht wird. Und gleichzeitig der Kunde auch ein Top-
Erlebnis hat, weil er schnell und sehr digital, einfach und verständlich durch den Prozess geführt
wird und ein sehr gutes Erlebnis bekommt, wie dann wirklich das Markenversprechen, schütze,
was du liebst, das ist ja unser Markenversprechen, dann auch wirklich in der Realität umgesetzt
wird. Und wir hatten ja letztens, letzten Monat hatten wir ja ein großes Hagelereignis in
Deutschland und da hat Stella wirklich gepunktet ohne Ende.
Und unser Schadenbereich hier, die sind wirklich happy mit dieser Mitarbeiterin, die sich sehr
einfach führen lässt auch und hier wirklich tatkräftig unterstützt hat, gerade in diesen Peak-
Phasen, wo es dann sonst wirklich auch mal zu Engpässen kommen kann, logischerweise. Also
da sind wir wirklich sehr, sehr stolz und auch sehr glücklich, dass das so gut funktioniert und vom
Kunden auch gut angenommen wird, weil auch dort bekommen wir vom Kunden echtesFeedback zurückgespielt und holen uns das auch ein, aktiv. Wir rufen auch an Kunden, die mit
Stella interagiert haben, um dann wirklich gerade als Direktversicherer, wie du gesagt hast, zu
checken, läuft es richtig, müssen wir vielleicht noch mal was anpassen bei Stella etc.
Also das machen wir als Direktversicherer dann halt wirklich sehr, sehr schnell und können dort
schnell agieren. Ich bin gerade so ein bisschen, so zwischen, mein Herz schlägt in zwei
Richtungen. Auf der einen Seite, weil mein Schwerpunktthema ja auch bei uns KI ist und auch
gerade KI-Anwendungsmöglichkeiten im Versicherungsumfeld, bin ich total begeistert von dem,
was du gerade sagst.
Ich würde trotzdem gerne noch mal einen Schritt zurückgehen und du hast es so in einem
Nebensatz gesagt. Schütze, was du liebst. Jetzt reden wir über den Hagelschein beim Auto, klar,
auch wichtig muss sein, aber schütze, was du liebst, wird ich größer und anders fassen.
Wir sind ja beim Philosoph. Das heißt, euer, für mich immer noch, trotz des breiten Spektrums,
was ja der Kosmos anbietet, ist für mich der Schwerpunkt immer noch in der Absicherung. Also
das heißt gerade Altersvorsorge, Lebensversicherung, alles, was so in dem Umfeld ist.
Und da wird es schnell philosophisch. Also wie würdest du dieses Markenversprechen schütze,
was du liebst, in der gerade jetzt sich so stark wandelnden Umgebung, den neuen politischen
Einflüssen, den Möglichkeiten, den Veränderungen, die da sind, wie würdest du das so
übersetzen, dass du Menschen, die uns jetzt vielleicht zuhören, die euch auch noch nicht
kennen, sagen kannst, pass mal auf, wir sitzen zwar nicht bei dir am Küchentisch, so wie es
vielleicht andere Gesellschaften machen, aber wir wissen genau, wovon wir hier reden und
deswegen macht es Sinn, mit uns zu sprechen. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, gerade jetzt ja
auch die Altersvorsorgereform, die jetzt dann zum 1. Januar dann auch wirksam wird.
Und auch wir sind da natürlich am Start als Kosmos direkt mit dem Standarddepot, das wir
anbieten werden. Und auch hier sind wir jetzt schon aktiv, einmal mit unseren Bestandskunden,
dass wir die ja darauf hinweisen, was sich ändert, dass wir ja auch mit beratender Hilfe natürlich
zur Verfügung stehen, wenn man schon einen Riester-Vertrag bei uns hat etc. Also da proaktiv in
die Kommunikation einzusteigen, ist wichtig.
Wichtig ist aber auch, dass wir mit einem Standarddepot auch ein Stück weit, wie der Staat es ja
auch möchte, digital, voll digital, ein Produkt an die Rampe stellen, was preislich sehr attraktiv
sein wird, was mit den Kosten sehr transparent umgehen wird. Also all das gehört, denke ich,
dazu, dass der Kunde uns vertrauen kann. Plus aber auch, du sprachst vorhin 30 Jahre deiner
Erfahrung an, die Kosmos ist ja seit 75 Jahren, beziehungsweise jetzt ja sogar seit 76 Jahren in
diesem Jahr, unterwegs an der Seite der Kunden.
Das heißt, wir bringen eine Erfahrung mit, auch in dem Bereich der Altersvorsorge, wo andere
Anbieter, inklusive des Staates, glaube ich, nicht über diesen Experience-Rahmen verfügen. Und
ich denke, das gibt uns einen enormen Vertrauensvorschub, den wir dann auch den Kundenbegreiflich machen können. Wir stehen schon seit 75 Jahren an deiner Seite mit einem sehr
umfassenden Produktportfolio, komplett richtig.
Wir würden ja auch gerne bei jedem Kunden das komplette Versicherungsportfolio abdecken.
Das würden wir sehr gerne tun. Da arbeiten wir ja auch dran, dass wir das entsprechend noch
weiter auch vorantreiben.
Aber jetzt gerade mit dem Standarddepot sind wir als Direktversicherer mit unseren digitalen
Prozessen und aber auch der persönlichen Beratung, wenn es gewünscht wird, sind wir, glaube
ich, super gut aufgestellt und sehen das als echte Chance, hier dann in 27 durchzustarten. Da ist
genau der Punkt, wo ich gerne einhaken würde, weil ich glaube dir sofort, dass ihr da ganz weit
vorne dabei seid. Und ich glaube dir auch sofort, dass ihr proaktiv mit euren Kundinnen und
Kunden redet und dann Lösungen habt und eigentlich für jeden da seid.
Jetzt mache ich es aber mal konkret. Ich habe einen Sohn, der ist 25 Jahre alt, arbeitet nach dem
Studium jetzt das erste Mal einen neuen Job, hat trotz des Elternhauses und dass ich ihm immer
wieder was erzähle, nicht wirklich so viel Interesse bisher an dem Thema gehabt. Jetzt kann ich
dem sagen, geh zur Cosmos oder geh auch gerne zu einer anderen Versicherung deines
Vertrauens und da kriegst du einen Standarddepot.
Aber wir wissen ja beide, das nützt dem 25-Jährigen von heute nichts. Das ist eine jetzt durch
den Gesetzgeber geforderte Grundversorgung und da nehme ich euch sofort ab, dass ihr hier
habt. Aber wie würdest du das Thema Verantwortung, wir schützen was wir lieben, das ist
wirklich, für mich ist das ein philosophischer Slogan, nicht nur der Versicherungs-Slogan,
sondern wie würdest du diese Verantwortung versuchen zu vermitteln und wo fängt dann die
echte Verantwortung und Beratung an, die ja über dieses Mindestmaß, was da jetzt gefordert ist,
hinausgeht.
Also warum soll mein 25-Jähriger Sohn bei euch anrufen und was kriegt er dann von euch? Also
ich hoffe darauf, dass du wirklich auch selber da aktiv wirst und auf den Vorsorgebedarf deines
Sohnes auch verweist und auch dort Awareness schaffst, weil ja, das ist eine Herausforderung,
überhaupt diese Awareness zu schaffen bei den jungen Menschen. Ich bin davon überzeugt,
durch die politische Debatte und auch durch das, was mit Sicherheit in den nächsten Monaten
noch kommen wird, in Presse, in Nachrichten etc., was das Thema Altersvorsorge angeht, dass
da schon nochmal ein Schwupp reinkommen wird. Das hoffe ich sehr, dass auch wirklich die
jungen Menschen sich mit dem Thema beschäftigen, weil wir haben Langlebigkeit in
Deutschland, wir haben Versorgungslücken, ja, wenn man älter ist, dass der junge Mensch sich
nicht unbedingt direkt damit beschäftigen möchte.
Das muss man ein Stück weit überwinden und diese Hürde zu nehmen, dafür ist ja genau so ein
Standard-Depot eigentlich der richtige Einstieg, weil das ist einfach, das ist auch nicht unbedingt
hochpreisig, ja, da kann man mit kleinen Schritten anfangen und da ist unsere Ansprache dannwirklich mit Transparenz, mit einem guten Produkt, mit einem einfachen Produkt, mit einem
digitalen Abschluss hier zu punkten und dann auch Leute für uns wirklich zu gewinnen, dass sie
zu uns kommen, aber auch dann mit diesen 75 Jahre Erfahrung, die uns auch ein bisschen im
Vergleich zu anderen Anbietern auf dem Nichtversicherungsmarkt dann auch ein bisschen in den
Vordergrund spielen sollten, ja, weil Altersvorsorge ist etwas, was noch mehr abstrakt ist als das
Versicherungsprodukt sowieso, weil es auch noch so weit in der Zukunft liegt, ja, das heißt, man
geht ja hier eine wirklich langfristige Beziehung mit einem Unternehmen ein und ihr kennt sich ja
auch, unsere Lifetime-Partner-Strategie, die ja für die ganze Generali weltweit gilt und das zu
vermitteln, wir sind ein Leben lang für dich da, mit dem Anspruch und mit den Bedürfnissen, die
du in deinen Lebensphasen hast, das ist der Anspruch, den wir hier auch bei der Cosmos haben
und die Ansprache, die versuchen wir natürlich auch auf verschiedenen Kanälen, diese
Awareness wirklich zu schaffen, ja, also da haben wir viel noch vor in den nächsten Monaten,
lasst euch überraschen, aber dass wir da noch stärker und lauter werden müssen, um dann
wirklich auch die jungen Menschen, weil bei denen ist es ja, bis die in den Rentenalter kommen,
das dauert ja noch ein Stück weit, da ist es gut und wichtig, früh anzufangen mit der Vorsorge,
sei es mit kleinen Beiträgen, aber hier noch mehr in die Kommunikation zu kommen und die
Awareness zu begleiten und zu schaffen, also da haben wir uns sehr, sehr viel noch
vorgenommen in den nächsten Monaten. Ich würde gerne, Mathias, wenn ich darf, einmal da
noch mal kurz rein, weil ich habe eine Frage, die mich jetzt rumtreibt, muss nur kurz ausholen,
also ich wohne in Sachsen-Anhalt und hier ist auf einmal, man merkt, wie auf einmal Menschen
sich wieder für Politik interessieren, aus gegebenen Anlass, wir haben die Landtagswahlen und
egal, wo man gerade unterwegs ist, man merkt, Politik wird hier intensivst diskutiert und das liegt
sicherlich auch in den aktuellen Umfrageergebnissen, ohne dass ich das jetzt kommentieren
möchte, aber hier ist auf einmal richtig lebendiger Diskurs, was ich erstmal per se sehr gut finde
und das wird ja mit Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten Wahlen weitergehen, das heißt,
ich glaube schon, dass so die Leute sich mehr mit politischen Themen in den nächsten Wochen,
Monaten intensiv auseinandersetzen und irgendwann kommt man, Rente ist ja auch aktuell ein
Thema, automatisch auf dieses Altersvorsorge-Thema, das heißt, ich nehme das auch am Markt
wahr, immer mehr Versicherer und auch Banken bereiten sich auf dieses Thema jetzt auf einmal
vor. Das war am Anfang des Jahres noch sehr verhalten, wir kriegen immer mehr Nachfragen zu
diesem Bereich, ob wir da auch mit unterstützen können.
Das heißt, ich rechne persönlich damit, dass ein sehr großer Nachfragebedarf Anfang des Jahres
auf einmal auf die Unternehmen zukommt, das heißt also idealerweise dann auch bei euch, dass
viele Kunden sich melden, nachfragen, diese Produkte sich dafür interessieren. Jetzt sind das
beratungsintensive Produkte mitunter, auf der anderen Seite möchten Menschen es häufig
einfacher haben, gerade bei Behörden-Themen, man möchte eigentlich nicht so tief damit
beschäftigen, man möchte eine einfache Lösung. Kann man so etwas in Anführungsstrichen
Komplexes wie so ein Altersvorsorge-Depot eigentlich in der Beratung, im Service dann auch
komplett automatisieren, um ähnlich, wie du das beschrieben hast mit der Stella, bei so Peak-
Schäden, dass man jetzt so einen Altersvorsorge-Peak auch teilautomatisiert? Würdest dusagen, das funktioniert oder ist hier schon noch der Faktor Mensch, den du ja auch nochmal
unterstrichen hast, sehr, sehr wichtig? Also wir als Cosmos Direct, wir werden ja das Standard-
Depot umsetzen, weil das zu uns passt, weil wir als digitaler Versicherer das auch umsetzen
können.
Das ist glaube ich nicht jeder in der Lage am Markt, deshalb haben wir uns natürlich dafür
entschieden auch. Das heißt, das Produkt wird so gut sein und so einfach sein, dass man es
komplett digital abschließen kann. Das heißt, der Kunde bekommt seine Antragsstrecke dann ab
1.1.27 und braucht im Zweifel überhaupt nicht zum Hörergreifen.
So, er kann es aber, er wird jederzeit die Möglichkeit haben, uns dann anzurufen, aber der
Anspruch ist schon, dass das Produkt, weil es eben ein Standardprodukt ist, so einfach und
verständlich und auch in der Kostenstruktur transparent ist, dass der Kunde eigentlich überhaupt
nicht zum Hörergreifen muss. Ja, er muss halt angeben, damit wir nachvollziehen können, ist er
förderfähig, wie viel möchte er anlegen etc., wie ist die Fondauswahl zwischen den beiden
Fonds, die dann in dem Produkt enthalten sein werden, aber es wird maximal einfach sein. Das
ist auch unser Anspruch, wirklich mit wenigen Klicks und ohne viel Fragen den Kunden hier
wirklich durch die Antragsstrecke zu führen und eigentlich kann er das dann auch selbstbestimmt
komplett alleine durchführen, wenn er es denn möchte.
Wenn er trotzdem Fragen hat oder wenn er denkt, boah, coole Antragsstrecke bei der Cosmos,
ich rufe mal an und erkundige mich mal, was sie noch für Produkte am Start haben, umso
besser. Ja, also wir sind auch schon sehr gespannt, was da passiert, merken aber auch jetzt
schon, dass unsere Kunden sich jetzt schon teilweise natürlich bei uns erkundigen im Service,
was macht ihr denn, wann kommt das denn. Wir haben ja auch schon auf unserer Webseite auch
eine entsprechende Landingpage, wo erste Fragen beantwortet werden, aber der Peak wird mit
Sicherheit zum Januar oder vielleicht auch später im Jahr, ganz ehrlich, ich bin nicht sicher, ob
jetzt wirklich alle Menschen zum 1.1. loslaufen werden in die Richtung, aber Anfang des Jahres
erwarten wir auch, dass da wirklich sehr viel kommt, aber auch zum Ende dieses Jahres hin.
Also wir stellen uns schon jetzt auch operativ darauf ein, dass dann vermehrt Anfragen auch zum
Ende des Jahres kommen werden, gleichzeitig mit der Wechselsaison in Kfz. Also wir sind auch
schon gut aufgestellt und planen uns da entsprechend auf, um das Kundenerlebnis auch hier
dann entsprechend positiv sicherzustellen. Wir kommen ja von der Einstiegsfrage, kann man
Vertrauen automatisieren? An dieser Stelle würde ich jetzt mal ganz klar sagen, ja, weil es das
maximal einfach macht und weil es ja etwas ist, was auch möglichst einfach und simpel zu
erklären ist, mit der Option, wenn ich in diesem automatisierten Vertrauensprozess mehr wissen
möchte oder weitere Fragen habe, kann ich natürlich jederzeit mit einem Menschen reden.
Jetzt siehst du mir nach, frage ich noch mal nach, jetzt kommen welche das erste Mal zu euch,
weil sie diese Einfachheit schätzen, weil sie es irgendwo gehört haben, gelesen haben und
gehen damit durch. Schließen sowas ab Anfang des Jahres? Wie arbeitet da, das interessiertmich wirklich, der Kosmos an der Stelle dann in der Folge, weil ihr wisst ja jetzt, da ist ein
Grundinteresse und die Menschen brauchen ja trotzdem in irgendeiner Form mehr Informationen
im Nachgang oder müssen auf Dinge hingewiesen werden. Gibt es da eine aktive
Nachfassroutine, kommt da irgendjemand und ruft an und sagt, übrigens danke, dass du jetzt bei
uns bist, hier in der Familie und überhaupt, wollen wir mal reden, so in die Richtung.
Super, besonders der Begriff Familie finde ich super, weil wir sind ja wirklich der
Direktfamilienversicherer, das wollen wir auch gerne dann auch entsprechend in der
Öffentlichkeit so verankern. Ja natürlich, das gibt es nicht nur, wird es nicht nur geben bei dem
Standarddepot, sondern das ist bei uns ein regulärer Prozess, der Welcome-Prozess, so nennt
man das dann. Wir haben unsere Customer Journeys hier komplett auf Betreuung, auf
Willkommen heißen, auf Awareness schaffen, was bieten wir noch an.
Das ist alles bei uns in den Prozessen im Rahmen der Customer Experience und den Customer
Journeys ganz klassisch verankert, immer mit der Möglichkeit dann auch anzurufen und sich
beraten zu lassen. Also das machen wir schon in allen Produkten mit jedem Neukunden, der zu
uns kommt und bei dem Standarddepot wird das nicht anders sein. Da wird es auch nach, Fass
brauchen wir da vielleicht nicht, aber Informationen, Ideen für andere Produkte, die für den
Kunden vielleicht interessant sein könnten, kommen dann auch von seiner individuellen
Lebenssituation, die wir ja dann mitbekommen ein Stück weit, Alter, Familienstand etc.
Also je mehr wir über unsere Kunden wissen, desto gezielter können wir ja auch in die
Ansprache gehen und das ist bei uns wirklich in der DNA schon jetzt verankert und das wird sich
bei dem Standarddepot dann entsprechend auch genauso fortsetzen. Ein Punkt noch, jetzt
komme ich wieder zu Stella aus dem Schaden heraus, aber ganz allgemein. Wo würdest du
sagen, geht die Reise hin, wenn du das mit uns teilen magst, im Bereich der hochindividuellen
Beratung auch durch KI? Also nicht nur im Schaden helfen und Spitzen abarbeiten, sondern KI
unterstützte Beratung.
Kurz zum Hintergrund der Frage, um das einzuordnen. Wir wissen von, weil wir auch an Studien
teilweise beteiligt sind, natürlich auch andere Studien lesen, dass gerade junge Menschen es
mittlerweile wirklich gut finden, mit einer neutralen KI-Stimme Dinge vorzubesprechen, anstelle
mit einem echten Menschen. Das ist der eine Part.
Und der zweite, auch das Thema, schiebe ich nämlich gleich mit rüber, also wo setzt Beratung an
und wo würdest du klare Grenzen sehen heute? Ja, ich glaube auch, dass gerade junge
Menschen gar nicht den direkten Kontakt suchen, egal ob er persönlich oder am Telefon ist.
Deshalb versuchen wir da ja auch wirklich maximal digitale Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen
für diejenigen Kunden, die das möchten, mit dem Fallback der menschlichen Note. Also immer in
der Balance, immer beides anzubieten, weil die Menschheit in Deutschland ist ja auch
unterschiedlich.Klar haben wir die jungen Menschen, die vielleicht eher den Kontakt scheuen, den direkten, aber
es gibt auch immer noch die Menschen und gerade Demografiewelle sind das sehr viele und
auch viele unserer Kunden, die wirklich die persönliche Beratung immer noch haben wollen.
Auch das bekommen wir als Feedback, als echtes Kundenfeedback zurückgespielt. Schön, dass
wir hier wirklich kompetent am Telefon beraten werden konnten.
Das ist nicht mehr überall der Fall. Also ich glaube, da muss man schon die Diversität in der
Gesellschaft entsprechend auch abdecken. Bei der Beratung, ja, wir sind zum Beispiel bei der
BU Berufsunfähigkeitsversicherung, sind wir auch am Testen, was kann man da eventuell schon
automatisiert vorschalten mit ein paar Fragen, merken aber dort gerade auch bei den jungen
Menschen in unseren Tests, dass dort die persönliche Beratung gewünscht wird.
Also es ist wirklich sehr bunt. Man kann da nach unseren Erfahrungen nichts über einen Kamm
scheren. Und wir verfolgen das sehr genau produktspezifisch, altersgruppenspezifisch, was der
Kunde wirklich von uns erwartet und stellen uns maximal auf diese Kundenbedürfnisse auch in
der Interaktion mit uns ein.
Das ist vielschichtig, macht es aber auch super spannend. Und was wir auch versuchen, ist
wirklich durch Awareness-Schaffung auch in anderer Form. Zum Beispiel morgen werden wir
unseren Frauenlauf in Saarlouis haben, wo nur Frauen an den Start gehen, gesponsert von
Cosmos.
Und wir dann auch, also ich auch persönlich mitlaufen werde und auch mehr als 30 Kolleginnen
hier von den Kosmonauten, so nennen wir uns ja hier als Belegschaft. Und auch dort werden wir
das Thema versuchen mal anzusprechen, aber mehr spielerisch. Was macht Versicherung? Was
ist Altersvorsorge? Weil einfach der persönliche Kontakt, der persönliche Erstkontakt hier doch
zeigt, dass das sinnvoll und auch von Menschen gewünscht ist.
Und ich glaube, das wird bleiben. Auf der anderen Seite, du hast gefragt nach Grenzen. Also
Grenzen würde ich es gar nicht nennen wollen, sondern Themen oder Geschäftsbereiche, wo wir
wirklich vermehrt auf Digitalisierung gehen wollen.
Das sind dann wirklich Self-Services, wo der Kunde auch, ich glaube, über die Altersgruppen
hinweg gerne vielleicht einfach mal spät abends noch seine Kontoverbindung ändert oder die
Kilometerfahrleistung seines Fahrzeuges. Ja, also da merken wir, dass das sehr gut
angenommen wird, wenn sowas dann automatisiert erfolgen kann. Ich meinte es tatsächlich
eher, ich würde sagen, wieder ein bisschen philosophischer.
Beispiel, ich habe in der zweiten Folge, die ich jemals für den Philosophen aufgenommen habe,
mit Katharina Jessel gesprochen, einer Vorstandskollegin von einem anderen Haus. Da haben
wir damals gesprochen über, was es uns als Gesellschaft würdevolles Altern wird. Und das ist so
ein Punkt, wenn ich jetzt zurückblicke, wo ich sagen würde, das wäre für mich persönlich so eineGrenze in der KI-Beratung, wo ich sage, es gibt bestimmte Themen, da kann ich Informationen,
Informativ-Dinge rüberbringen, aber wenn es wirklich um Fragen geht wie, meine Eltern gehen
jetzt in die Pflege, was kann ich tun? Also so diese tiefst menschlichen Fragen, die dann plötzlich
aufkommen, weil leider sich immer noch viel zu wenige frühzeitig damit beschäftigen.
Das wäre für mich im Moment gefühlt so eine Grenze, wo ich sagen würde, da muss selbst eine
Frage, vielleicht technisch gesehen, irgendwie auf den digitalen Weg reinkommt, eigentlich
immer mindestens mal der Hinweis darauf kommen, hier würden wir dir empfehlen, sprich mit
einem Menschen. Ja, das machen wir definitiv. Wenn es belastende Lebenssituationen gibt,
denken wir doch nur mal an eine Risiko-Lebensversicherung und wenn dort der Schadenfall
eintritt, der Leistungsfall, dann ist das eine enorm belastende Situation für die Hinterbliebenen.
Ich glaube, dann ist man sehr froh, dass man eine Versicherung hier hat, das ist ja auch das,
Schütze, was du liebst, was es genau dann in diesem Leiderleistungsfall dann auch zeigt, was
das Wert ist, aber da ist natürlich der Mensch gefragt. Also bei belastenden Lebenssituationen,
bei Härtefällen, bei eventuell mal Auslegungsthemen, da wird eine KI nie bei uns in den
Vordergrund kommen, nie. Also das ist für uns auch eine, nicht nur gefühlte Grenze, sondern
auch eine ethische Grenze, die werden wir mit Sicherheit nicht verschieben wollen.
Ich würde gerne die Frage von Mathias noch ein bisschen auf den Versicherungsmarkt
zuspitzen. Wir haben ja jetzt schon herausgearbeitet, dass ihr als Direktversicherer eine gute
Voraussetzung habt, diese Automatisierung da, wo sie Sinn macht, umzusetzen, weil einfach die
Prozesse, Strukturen einfacher sind und wir hatten in einer der letzten Folgen das Thema
Agentursterben. Ist Versicherungsvertrieb über Agenturen überhaupt noch zeitgemäß? Wenn ich
jetzt so unser Gespräch ein bisschen folge und wir auch darüber sprechen, dass die jungen
Menschen durchaus direkten Abschluss suchen, zwar noch eine persönliche Beratung, aber
vielleicht auch telefonisch, das muss nicht in der Agentur sein.
Würdest du sagen, dass die Direktversicherer auch so ein bisschen auf die Zahlen gucken, ihr
wachst, glaube ich, stärker als der Allgemeinvertrieb? Zumindest in den letzten Jahren haben
sich die Zahlen deutlich entwickelt. Ist der Direktversicherer, also jetzt nicht Direktkosmos,
sondern die Branche der Direktversicherer eigentlich das Versicherungsmodell der Zukunft? Also
mit KI, mit den ganzen Themen, seid ihr so ein bisschen der Anstoß, dass sich die Branche dann
vielleicht doch stärker verändert, als das so die Etablierten im Moment wahrnehmen? Also ich als
Kosmos sehe natürlich sehr große Chancen für mich, für die Kosmos und für den Direktvertrieb.
Und das sehen wir auch in unseren Zahlen.
Ich bin aber ja auch Fani-Kind und Versicherung ist auch mein Steckenpferd, auch seit über 30
Jahren. Der Mehrwert einer persönlichen Beratung, auch durch Agenturvertriebe für die
Zielgruppe, für die das einen Mehrwert hat, und da gibt es sehr, sehr viele, das wird nach meiner
Einschätzung nicht aussterben, auf keinen Fall. Ich glaube, wir müssen da hybrid denken.Die Branche wird einfach weiterhin hybrid sein und es gibt ja auch mit Sicherheit viele Bunden in
Deutschland, die sowohl Direktprodukte haben, als auch vielleicht ein paar ihrer Produkte bei
einem Agenturvertrieb abgeschlossen haben. Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Also ich für
mich sehe eine große Chance durch KI, natürlich bei uns.
Ich denke aber auch der Agenturvertrieb kann supergut durch Automatisierung und durch KI-
Unterstützung seine Beratung noch viel stärker verbessern. Also von daher sehe ich da auch
gute Chancen, also auf jeden Fall. Aber ich schaue jetzt mal auf mich und ich sehe für die
Kosmos da natürlich herausragende Vorteile, auf jeden Fall.
Es ist schön, dass du das so sagst, denn die Gespräche, man kann es ja bei uns in den
Podcastfolgen nachhören, ist natürlich egal, mit wem man spricht. Also wenn ich mit Gerrit Böhm
spreche, dann ist die Zukunft der Makler definitiv besser als alles andere. Wenn ich mit anderen
Kollegen spreche, ist die Zukunft des Ausschließigkeitsvertriebs da und ich teile die Ansicht, die
du hast, es wird einen Mittelweg geben und ich glaube sogar, der wird und da interessiert mich,
ob du da mitgehst oder nicht.
Wir als Zukunftsforschungsinstitut, wir gucken natürlich auch drauf, wie werden zukünftige
Generationen nicht nur mit den modernen Medien und KI umgehen, sondern auch wie verändert
sich das, in diesem Fall ja Kohortenverhalten, es gibt nicht dieses Gen Z und Y und was weiß ich
nicht, so Alterskohorten, bei denen man sehr wohl sehen kann, dass die sich relativ konform
verhalten. Und wo geht die Reise hin? Ich teile da die Ansicht von vielen Experten, die in dem
Umfeld aufforschen, dass wir viel, viel stärker zu einem Mix kommen, der auch die Firmen in
Zukunft zwingen wird, bestimmte Grundinformationen untereinander besser auszutauschen, um
den umfassenden Service für ihre Kundinnen und Kunden zukünftig zu gestalten. Also zum
Beispiel externe Apps, die für mich Daten sammeln und da habe ich halt den Kosmos drin, da
habe ich die Generali drin und bei dem einen werde ich direkt und bei dem anderen digital
hauptsächlich betreut, aber ich habe ein Datencenter dahinter und wähle dann für mich jemals
den Weg aus, über den ich kommunizieren möchte.
Sind solche Überlegungen bei euch auch schon dabei? Guckt ihr solche Sachen an? Also wir
haben ja ein preisgekröntes MCD, Mein Kosmos Direkt, unser Kundenportal. Das ist für uns die
zentrale Plattform für unsere Kunden, wo alle Vertragsinformationen drin sind, wo aber auch
natürlich Aktionen ausgespielt werden etc. Also wir konzentrieren uns da im ersten Schritt auf
uns als Kosmos natürlich.
Wir sind aber in vielen Dingen auch im Austausch mit unseren Generali Schwestern
logischerweise. Wir sind ein Verbund in der deutschen Gruppe, wo wir auch viel voneinander
lernen können. Wir dann eher als Innovator, der sehr schnell mit Testing auch im Direktvertrieb
das Kundenerlebnis weiterentwickeln kann.
Die Generali dann mit ihrer Stärke, mit ihrer Stabilität und Größe, die dann auch uns auf dereinen Seite natürlich dann auch entsprechend im Verbund unterstützt, aber dann auch gerne von
uns Best Practices natürlich auch übernimmt. Also da sind wir sehr stark im Austausch. Die
Entwicklung mit Apps und Chat-GPT und Abschlüsse über Chat-GPT und was man gerade alles
in der Presse liest über neue Zugangsformen, neue Abschlussmöglichkeiten.
Ich persönlich finde das immer noch sehr volatil, die Entwicklung, die da ist. Ich sehe da auch für
den Markt noch kein klares Zielbild, muss ich ganz ehrlich sagen. Und wir beschäftigen uns mit
alledem, wollen da aber gezielt und smart unsere beste Lösung in Ruhe dann auch
weiterentwickeln.
Und wir starten hier halt wirklich aus einer sehr guten Position mit unserem Portal, mit unserem
Kundenportal, was auch sehr gut angenommen wird und schauen uns natürlich alle weiteren
Entwicklungen da sehr, sehr genau an, weil da müssen wir am Puls der Zeit bleiben. Das ist ja
klar. Aber so, wo es genau noch hingeht, da werden wir uns die Zeit nehmen, die wir dafür
brauchen.
Und Stella war unser Innovationsschub, den wir gemacht haben, wo wir wirklich auch schnell mal
mit einem sehr innovativen Ansatz, mit diesem Avatar dann auch wirklich an den Markt gehen
wollten und das haben wir geschafft und der Rest ist to become. Zeit ist ein schönes Wort. Ich
gucke gerade bei uns auf die Uhr und ich habe hier noch was aufgeschrieben, was ich unbedingt
mit dir vielleicht in so kurze Frage kurze Antwort.
Wir hatten es am Anfang schon einmal. Mein Eindruck, wie ich die die Kosmos direkt aus meiner
Vergangenheit im Kopf habe. Was würdest du sagen, ist die größte Illusion von KundInnen
generell über Direktversicherung? Ich könnte mir vorstellen, dass viele halt den Eindruck haben,
direkt, also wenn sie nicht mit uns agieren.
Direktversicherung heißt, ich muss alles alleine machen und stehe da vielleicht im Regen. Das ist
natürlich genau nicht so. Direktversicherung heißt selbstbestimmt, sich den Zugang zu wählen,
wie man mit der Direktversicherung umgehen möchte und wie man in Kontakt treten möchte.
Man kann 24 7 wirklich online mit uns interagieren. Man kann uns aber auch anrufen in unseren
Servicezeiten und die Beratung dann in Anspruch nehmen. Also beides ist da.
Und ich glaube, das ist vielleicht so ein kleines Vorurteil, dass man bei einem Direktversicherer
überhaupt keinen Kontakt mehr mit einer Person hat. Und das ist natürlich überhaupt nicht der
Fall bei uns. Jetzt drehe ich das mal um und ich will nicht sagen, die größte Illusion der Branche
zum Thema Vertrauen.
Aber was würdest du sagen, wo nimmt der Versicherungsmarkt, die Versicherung, wo gibt es
irgendeinen Punkt, wo die das Thema Vertrauen in der heutigen Zeit, in der Entwicklung vielleicht
nicht mehr richtig oder falsch einschätzen? Was ich sehe, ist, dass viele mit viel Werbedruck
vielleicht glauben, mit reiner Kommunikation und Bespielung der Marke Vertrauen zu gewinnen.Ich finde, Marke ist wichtig und die Marke muss auch positiv belegt sein. Keine Frage, dafür
machen wir ja auch Sponsorings etc.
Aber das echte Vertrauen, was der Kunde entwickelt, das kann sich erst einspielen, wenn er
positive Erlebnisse hat, nachdem er dann auch mit uns interagiert hat. Ja, das geht von einem
Beitragsrechner auf der Webseite, der verständlich sein sollte über das erste Telefonat vielleicht.
Das geht aber auch über die Prämienrechnung, die vielleicht auch nicht immer beliebt sind, aber
auch die sollten klar und verständlich sein.
Ja, bis hin dann zum Schadenfall, wenn er wirklich dann auch mal das abstrakte
Versicherungsversprechen erleben darf, der Kunde, wie wir dann im Service damit umgehen. Ja,
das ist unser Anspruch, wirklich über den gesamten Bereich der Kundenbeziehung an allen
Touchpoints hier auch wirklich die Marke erlebbar zu machen und das Versprechen, das
abstrakte Versprechen überall bei dem Kunden mit einem positiven Erlebnis zu belegen. Das ist
extrem wichtig.
Das heißt, Customer Centricity ist wirklich in jedem Bereich und nicht erst im Schadenfall,
sondern wirklich auch davor, immer zu signalisieren, wir sind für dich da, Kunde, wir verstehen
dich, wir wissen um deine Lebenssituation und wir sind immer da mit Produkten, mit
preisgünstigen Top-Produkten, die dich abdecken und die dann wirklich das Versprechen
schütze, was du liebst, mit dem Kunden zusammen dann auch in Wirklichkeit bringen. Weil ich
sage so oft, Versicherung ist ja hoffentlich für viele dann auch gar nicht bis zum Schadenfall zu
denken, sondern ein Versprechen, dass wenn mir da etwas zustößt oder ich einen Eindruck habe
oder einen Unfall, dass mir dann geholfen wird. Ich glaube, der Deutsche an sich ist ja wirklich
immer noch ein sehr risikoaverser Mensch.
Und das Beste ist wirklich dieses Versprechen zu haben, falls was passiert, hält mir jemand den
Rücken frei, aber hoffentlich passiert es auch gar nicht. Also von daher sagt man ja auch oft,
dass wir in einer Branche unterwegs sind, die wirklich dem Kunden, den Menschen wirklich eine
Verantwortungslast von den Schultern nimmt. Weil wenn es passiert, dann übernehmen wir das.
Wir übernehmen die Verantwortung, du sprachst vorhin von Verantwortung und diese
Verantwortung übernehmen wir. Und ich glaube, wir hoffen alle, dass da hoffentlich nie
überhaupt in Anspruch genommen werden muss, die Versicherung. Aber wenn dann doch, dann
stehen wir dem Kunden zur Seite und das schafft Vertrauen.
Dann, weil eigentlich ist das schon ein schönes Schlusswort und trotzdem noch etwas
abgewandelt, die die übliche Frage, die wir sehr oft am Ende stellen. Wenn du in fünf Jahren
zurück guckst aus deiner Rolle heraus, wenn wir über Vertrauen reden, wo dran merkst du dann,
außer vielleicht rein an den Zahlen, dass ihr das nicht digital verwaltet habt, was wir ja auch
eigentlich gut geklärt haben, sondern dass ihr es wirklich geschafft habt, dann ja, neues
Vertrauen und Vertrauen hinzuzugewinnen? Das ist sehr gut, weil ich bin kein reinerZahlenmensch, aber natürlich muss ich als CEO auch auf die Zahlenwelt schauen. Und was mich
dann an der Zahlenwelt immer sehr begeistert, ist die wachsende Kundenzahl bei uns und die
wachsende neue Kundenzahl.
Das heißt, ich würde es wirklich dann an drei Dingen in zwei, drei, fünf und auch in zehn Jahren
wahrscheinlich festmachen. Das erste ist wirklich, dass die Kunden uns treu bleiben, weil das ist
gerade in einer schnelllebigeren Welt mit drei Klicks bist du auch bei einem anderen Versicherer.
Wenn die Kunden uns trotzdem treu bleiben, obwohl der Wechsel theoretisch so einfach wäre,
das ist unser Anspruch, dass wir wirklich hier unsere Kunden loyal bei uns behalten.
Und zweitens ist natürlich super schön, wenn Kunden uns weiterempfehlen. Ich hatte vorhin den
RNPS genannt, was ja dann wirklich auch für eine Weiterempfehlung der Kunden spricht. Das ist
super, nicht nur nach einem Schadenfall, sondern auch, wenn einfach ein positives
Serviceerlebnis dann auch entsprechend beim Kunden erlebt wurde.
Ja, und drittens, wenn ein Kunde nicht nur über das spricht, was er vielleicht dann eins zu eins im
Versicherungserlebnis hat, sondern einfach sagt, boah, da hatte ich jetzt echt eine supernette
Beraterin oder Berater am Telefon, wenn einfach Geschichten erzählt werden über uns, weil wir
es einfach gut machen als Cosmos direkt. Das wäre das, was mich am meisten dabei freuen
würde, weil wie gesagt, ich bin nicht nur der Zahlenmensch, sondern diese Begeisterung beim
Kunden zu wecken, da brennen wir alle für hier in Saarbrücken. Und das ist unser Nährstoff für
die Kosmonauten hier, dass wirklich solche positiven Kundenstimmen kommen, die wir auch
wirklich hier im Haus verbreiten.
Wenn solche Beispiele kommen, um einfach zu zeigen, was ihr hier macht, das ist super und es
kommt beim Kunden an. Das ist ja auch für die Mitarbeiter hier ein extrem wichtiger Punkt und da
freuen wir uns immer sehr. Und das wird sich nicht ändern, auch nicht in 2030.
Und vielleicht von meiner Seite, Mathias, nur ein Schlusssatz, weil ich möchte das einfach mal
unterstreichen, weil ich beschäftige mich jetzt seit über 26 Jahren mit Kundenservice und
Prozessen in Unternehmen und wie man das optimieren kann. Es ist leider nicht immer so, dass
der Kunde im Mittelpunkt ist, sondern Prozesse oder Produkte oder Preise. Heute in dem
Gespräch habe ich für mich tatsächlich mitgenommen und das finde ich kommt extrem ehrlich
und auch sympathisch bei dir rüber.
Ihr stellt den Kunden in den Mittelpunkt und dann erst die Prozesse, die Automatisierung, die
Produkte, die drumherum liegen. Und das ist, glaube ich, am Ende wirklich, das ist meine
Erfahrung mit allen Unternehmen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, da wo der Kunde im
Mittelpunkt stand, war hinterher auch der Erfolg. Und du unterstreichst das gerade mit deiner
Aussage und das finde ich ist eine sehr, sehr wichtige Botschaft, dass gerade in Deutschland wir
den Service mehr in den Fokus setzen und den Kunden ins Zentrum nehmen und dann ist das
Unternehmen auch erfolgreich.Das war jetzt wirklich ein schöner Schlusssatz. Geschichten erzählen. Wir hatten zu Gast Kathrin
Gruber und ich hoffe, wir werden noch viele Geschichten hören, wie immer in den Shownotes
dann auch noch mal einen Link zu eurer Seite und der Aufruf an dieser Stelle sogar explizit noch
mal nach außen.
Wenn vielleicht die ein oder andere Hörerin, der ein oder andere Hörer eine Geschichte zu
erzählen hat, wir nehmen die gerne auf, challengen das und gucken vielleicht in einem nächsten
Podcast noch mal, wie die Entwicklung da ist. Danke für deine Zeit und danke Christian auch,
dass du wie immer deine Impulse mit eingebracht hast. Ich freue mich auf mehr.
Vielen Dank, auch an euch. Bis zusammen.